Standort auf Karte: Genf ex.Depot Jonction:  Verkehrskarte (Bahnen) von openstreetmap.org

Der Tiefpunkt ist überschritten und die einzig übriggebliebene Tramlinie 12 ist gerade ihrem endgültigen Ende entronnen. Der zweite Teil zeigt den unter TPG (Transports public genevois) beginnende Wiederaufstieg der Genfer Strassenbahn zu einem modernen Verkehrsmittel, erste Erweiterungen für die Linie 12 und nach Jahrzehnten der Stilllegungen das historische Ereignis der Einweihung der neuen Tramlinie 13. Noch ahnte damals aber niemand, dass aus diesen erstmal noch kleineren Schritten nach der Jahrtausendwende ein beeindruckend schnell wachsendes völlig neues Tramnetz entstehen wird. Auch wenn das aktuell (2023) aus 5 Linien bestehende Netz mit ca. 54km von der einstigen Grösse noch ein gutes Stück entfernt ist, hat es bezüglich Streckenlänge aber bereits das traditionelle Tramnetz von Bern übertroffen. Dazu hält der Bau neuer Tramlinien in Genf unverändert an, sodass die Zukunft äusserst spannend bleibt.
Das bestehende Netz wird durch den Neubau von Tramlinien auch immer enger verflochten. Dies hat gelegentlich auch eine völlige Umgruppierung von Tramlinien und Liniennummern zur Folge. So ist die hier gerade eröffnete Tramlinie 13 wieder Geschichte, aber nur, weil deren Strecke heute von der wesentlich längeren Linie 15 bedient wird. 
Interessant und vielleicht ein kleines, aber bemerkenswertes Detail bei allen Neugruppierungen blieb einzig immer die altehrwürdige Linie 12 unangetastet. Als ob man der besonderen Geschichte der Linie 12 da Respekt zollen will. Dazu ist auch bemerkenswert, dass neue Tramlinien nur Liniennummern über der 12 erhalten.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Thônex, Moillesulaz Endstation
TPG/CGTE Be 4/4 725 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 312 Bj.1951 FFA
Die im Teil 1 noch im Bau befindliche Endstation ist nun fertiggestellt und mit allen typischen Accessoires der Zeit, incl. einem Abfahrtsanzeiger ausgestattet. Dass für die Genfer Strassenbahn nach dem Niedergang des Netzes von ca.170km auf gerade mal noch 8,5km der einzig übriggebliebenen Linie 12 indessen eine völlig neue Zeitepoche angebrochen ist, zeigt sich auch an der am Triebwagen ausgeschilderten Endstation Bachet. Die ca. 1km lange Verlängerung von Carouge nach Bachet-de-Pesay in der Gemeinde Lancy konnte am 26.9.1987 eingeweiht werden. Für die Zukunft noch wichtiger und eine unumstössliche Willenskundgebung zugunsten einem Wiederaufbau der Strassenbahn war aber da der Bau einer komplett neuen und für die damalige Linie 12 noch völlig überdimensionierten Depot- und Werkstattanlage. Obwohl in Bachet bereits riesig geplant, wächst seit der Jahrtausendwende das Strassenbahnnetz aber derart rasant, dass 2021 eine weitere sehr grosszügig dimensionierte Werkstattanlage in "En Chardon" eingeweiht wurde.
Mit der in diesem Jahr einsetzenden Ablieferung der mit dem Prototyp 741 (später 801) erprobten Serientriebwagen 802-827 neigten sich aber die Einsätze der klassischen Standardzüge ihrem Ende zu. Der Triebwagen 709 war 1987 das erste VST-Standardfahrzeug welches verschrottet wurde. Abgesehen vom Museumszug 729 + 308 erlebten in Genf keine Standardzüge mehr die Jahrtausendwende.   

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Thônex, Moillesulaz Endstation, Chemin du Foron
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG
Bis zum Neubau der Depot- und Werkstattanlage in Bachet-de-Pesay (offizielle Eröffnung 11.4.1992) war der Abstellplatz für Strassenbahnen stets äusserst knapp. So konnte für 13 Jahre der AGMT Museumszug nur ausserhalb vom damaligen Dépôt Jonction mit allen Risiken im Freien abgestellt werden. Das Abstellgleis der neu erstellten Kehrschleife in Moillesullaz gab dem Zug einen gewissen Schutz, befand sich doch die stets besetzte Zollstelle nach Frankreich gleich nebenan in Sichtweite. Das Haus hinter dem Triebwagen befindet sich bereits in Frankreich, die Landesgrenze bildet der Bach "Foron" dazwischen. Leider trat ausgerechnet der sonst unscheinbare Bach 1979 über die Ufer und beschädigte die Fahrmotoren.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève/Carouge, Pont de Carouge, Arve
Gemeindegrenze zwischen Genève und Carouge, Blickrichtung Genève
TPG/CGTE Be 4/4 718 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 304 Bj.1951 FFA 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Carouge, Endstation/Place du Rondeau
v.l.n.r.: B4 311, B4 322 (ex.VBL), B4 330 (ex.VBL), B4 302, B4 303 dahinter B4 313
Die Abstellgeleise in der Kehrschleife wurden für Beiwagen genutzt, welche im Laufe des Tages bedarfsgerecht an Triebwagen gekuppelt wurden. Am Sonntagmorgen fuhren planmässig die Triebwagen erstmal alleine, sodass für Beiwagen noch kein Bedarf bestand. Diese Abstellanlage war nötig, da sich das Depot Jonction nur zeitaufwendig über eine ca. 1,4km lange, eingleisige Strecke erreichen liess. Alle Beiwagen sind temporär einzeln zur Stromversorgung (Heizung, Türöffnung) direkt mit der 600V Fahrleitung verbunden. Heute aus verschiedenen Gründen kaum mehr vorstellbar, war das gesamte Areal dazu frei zugänglich.   

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Carouge, Endstation/Place du Rondeau,
TPG/CGTE B4 322 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  732 ex. VBL Be 4/4 102 Bj.1947 SWP/BBC
CGTE beschaffte anfangs der 50er Jahre zu den 30 Triebwagen aus Sparsamkeit nur 15 Beiwagen. Dieser Unterbestand wurde mit zunehmendem Verkehrsaufkommen immer störender. So war es nachvollziehbar, dass nach der Stilllegung der Ringlinie 1 die 10 frei werdenden, 1961 von Luzern erworbenen und etwas schwächer motorisierten Triebwagen zu Beiwagen für die Linie 12 umgebaut wurden. Der Umbau geschah jedoch sehr sparsam, wurden doch die einstigen Zielanzeigen nur übermalt. So waren mehrere Details an Fenstern und am Dach der einstigen Führerstände noch deutlich zu erkennen. Im Gegensatz zu den original 2-türigen Beiwagen besassen diese umgebauten Beiwagen aus der Zeit als Triebwagen 3 Türen. Im Zeitalter des kontukteurlosen Betriebs ohne Fahrgastfluss war dies dann sogar ein Vorteil. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Carouge, Endstation/Place du Rondeau,
TPG/CGTE B4 322 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  732 ex. VBL Be 4/4 102 Bj.1947 SWP/BBC
TPG/CGTE B4 330 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  740 ex. VBL Be 4/4 110 Bj.1948 Hess/BBC
Aus lokalpolitischen Gründen teilten die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) ihre Bestellung von 10 Standardtriebwagen sogar noch auf. 6 Triebwagen (101-106) konnte der renommierte Schienenfahrzeughersteller Schindler in Pratteln in Leichtstahl-Bauweise liefern. 4 Triebwagen (107-110) in Aluminium-Bauweise wurden an den Bushersteller Hess vergeben. Es sollte das einzige Abenteuer dieses Carroseriebauers im Schienenfahrzeugbau bleiben. Typisch für die Alu-Bauweise sind die geraden Konturen und dadurch eckigen Fenster. Am Wagenkasten und im vorderen Dachbereich blieben die ehemaligen Führerstände noch sehr deutlich sichtbar.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Lancy, Bachet-de-Pesay, Endstation
TPG/CGTE Be 4/4 730 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 309 Bj.1951 FFA
Auch wenn die am 26.9.1987 eröffnete, ca. 1km lange Verlängerung von Carouge in die gerade knapp auf Gemeindegebiet von Lancy liegende Endhaltestelle Bachet-de-Pesay erstmal nur eine kleine Ergänzung darstellte, war es ein sichtbares Zeichen, dass nach Jahrzehnten des Niedergangs wieder in das Verkehrsmittel Strassenbahn investiert wird. Das Ausmass des Wiederaufbaus des noch immer stetig im Wachstum begriffenen Tramnetzes ist bis heute allerdings erstaunlich. So besitzt das einst von 170km auf 8,5km geschrumpfte Tramnetz von Genf aktuell bereits wieder eine Streckenlänge von 54km (5 Linien) und hat das Tramnetz von Bern mit 41km bereits deutlich überflügelt. Um aber wieder in die einstige Liga von Basel (138km) oder Zürich (158km) aufzusteigen, sind noch ein paar Wiedereröffnungen nötig.   

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Lancy, Bachet-de-Pesay, Endstation
TPG/CGTE Be 4/4 723 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS +
TPG/CGTE B4 324 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  734 ex. VBL Be 4/4 104 Bj.1947 SWP/BBC
Nur noch für kurze Zeit und in teilweise arg lädiertem Zustand können die Standardfahrzeuge aus den 50er Jahren den Beginn eines neuen Tram-Zeitalters miterleben. Ihr Ende kommt mit jeder Anlieferung eines neuen Triebwagens der Serie 801-827 rasch näher. Mit der ersten Verschrottung des Be 4/4 704 im Jahre 1987 wurde unwiderruflich der Beginn des Endes der Standardwagen eingeläutet. Ausser dem historischen Zug der AGMT Be 4/4 729 + B4 308 verliessen bis 1996 alle Standardwagen Genf Richtung Schrotthändler bzw. 4 Triebwagen (712,721,724,727) und 4 Beiwagen (302,306,307,315) nach Sibiu in Rumänien wo sie noch ein paar weitere Jahre eingesetzt wurden. Angeblich da 2 Triebwagen (721,724) und 1 Beiwagen (306) nicht mehr betriebsbereit abgestellt noch vorhanden. 1 Beiwagen ex. Luzern (327) fand noch für ein paar Jahre in Frankreich als Imbissbude eine Verwendung.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Lancy, Bachet-de-Pesay, Endstation
TPG/CGTE B4 324 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  734 ex. VBL Be 4/4 104 Bj.1947 SWP/BBC 

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Lancy, Bachet-de-Pesay, Endstation
TPG/CGTE B4 323 Umbau 1970 ex. CGTE Be 4/4  733 ex. VBL Be 4/4 103 Bj.1947 SWP/BBC
Die TPG Dachreklame wirbt für Wagenführer. "TPG conduire ce véhicule ... pourquoi pas vous!" 
Nun ja, das mit dem "ce véhicle" dürfte seit dem Umbau des einstigen Triebwagens in einen Beiwagen doch eher etwas anstrengend werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Nachdem im Jahre 1988 bereits Teile vom neuen Depot in Bachet-de-Pesay bezugsbereit waren, Gesamteröffnung mit Werkstatt/Verwaltung am 11.4.1992, waren die Tage der altehrwürdigen Depothallen in Jonction wie auch für die meisten Standardfahrzeuge gezählt. So kamen vor allem noch 4 als Reserve vorgehaltene Standardzüge, welche zwischen 1993 und 1996 nach Sibiu in Rumänien abgegeben wurden, in den Genuss der neuen Depotanlagen. Die meisten Standardwagen beendeten ihre Laufbahn jedoch in Jonction. Als allerletztes Tramfahrzeug verliess der Dienstwagen Xe 4/4 71 Richtung Bachet im August 1991 das Gelände in Jonction. In der bereits etwas leeren Halle mit den Gleisen 30-34 warten noch 2 Züge mit ihren aus Luzerner Triebwagen umgebauten Beiwagen auf ihre Einsätze. Der Werkstattbereich für die Tramfahrzeuge befand sich hinter den Toren am Ende der Depotgeleise. Als seien die Zufahrten zum Depot nicht schon aufwändig genug gewesen, mussten alle Züge über zwei Spitzkehren rückwärts in die Hallen einfahren. Links das Spitzkehrengleis mit aufschneidbaren Weichenzungen, nachdem die Züge in Jonction eingetroffen sind. Danach fuhren die Züge in für die nächste Ausfahrt richtigen Position vor das Depot, um dann wieder rückwärts in die Hallengeleise einzufahren.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Nach mehrjährigen, erfolgreichen Einsätzen des 1984 gelieferten Prototyp-Triebwagens Be 4/6 741 (später umnummeriert 801) begannen von 1987 bis 1989 die Serienlieferungen der Be 4/6 802-830. Die ersten Triebwagen besassen dabei noch einen traditionellen Anstrich in orange-weiss mit der Farbtrennung direkt unter den Fenstern des niederflurigen Wagenteils. Später wurden die neuen, noch in Jonction abgeladenen Wagen direkt zum Depot Bachet überführt. Auf dem Bild treffen sich Zukunft und Vergangenheit bzw. Ende und Neubeginn. Der Triebwagen 724 gelangte als letzter 1996 nach Sibiu in Rumänien und soll, da aktuell in schlechtem, nicht mehr betriebsbereitem Zustand abgestellt, noch vorhanden sein.

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 70 (später T.01) ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1970 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron) + Schneepflug X2 45 (später T.05) Bj.1985 TPG unter Verwendung eines Drehgestells des abgebrochenen Be 4/6 796 ex. Aachen. Der für Schneepflugfahrten mit dem X2 45 umgebaute Triebwagen besitzt nur auf dieser einen Seite eine einteilige Frontscheibe. Im Jahre 2000 an die private CFDL für Betrieb als Event-/Restaurantwagen (AT70) mit blauem Anstrich. Nachdem dieses Konzept kein Erfolg war und jahrelanger Abstellung, Abbruch 2022 durch AGMT.

 

 



 
 Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 70 (später T.01) ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1970 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron). Die "hintere" nicht für die Bedienung des Schneepflugs ausgerüstete Seite behielt noch ihre ursprüngliche Frontpartie.
Die links am Bildrand im rechten Winkel zum Abstellgeleise noch erkennbaren Geleise waren einst die Zufahrten zum rechts sichtbaren ehemaligen Depot für Dampftramlokomotiven.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron).
Nach Ersatz durch Lastwagen mit Schweissausrüstung Abbruch 1995 durch AGMT zur Ersatzteilgewinnung. Die Drehgestelle werden für den in Revision befindlichen, im Jahr 2010 aus Lille (Amitram) zurückgeholten Be 4/4 66 verwendet. Der Xe 4/4 71 verliess das geschichtsträchtige Gelände Jonction im August 1991 als allerletztes Tramfahrzeug. Seit dem Neubau der Depot- und Werkstatt-Anlagen in Bachet für Tramfahrzeuge sind in Jonction ausschliesslich noch Busse /Trolleybusse beheimatet.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron).

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron). 
Der Dienstwagen besass zwei unterschiedliche Seitenwände. Nur auf dieser Seite gab es eine Schiebetüre. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron).
Analog zum Xe 4/4 70 wurde der Triebwagen auch für Einsätze mit dem Schneepflug X2 45 (T.05) umgebaut. Dazu erhielt er ebenfalls einseitig eine einteilige Frontscheibe.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schienenreinigungswagen TPG/CGTE Xe 2/2 72 ex. 610 Bj.1929 SWS/SAAS
Das an mehrere Schweizer Trambetriebe gelieferte Spezialfahrzeug diente der Reinigung der Spurrillen der Tramschienen. Dafür war der Wagen mit Frischwassertank, Saugvorrichtung, Tank für den Schlammrücklauf und mechanisch verstellbaren Schab- und Kratz-Vorrichtungen ausgestattet. Der Triebwagen ist nach einer kürzlichen Kollision mit verzogenem Chassis, abgedrücktem Puffer und beschädigter Seitenwand abgestellt. Die Verschrottung wird noch im selben Jahr erfolgen.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 7.2.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schienenreinigungswagen TPG/CGTE Xe 2/2 72 ex. 610 Bj.1929 SWS/SAAS
Das nach der Kollision verzogene Chassis und der daneben liegende Puffer weist auf grössere strukturelle Schäden am Fahrzeug hin, was zur Verschrottung des Triebwagens führte. Für solche nur langsam auszuführenden Reinigungsarbeiten werden heute üblicherweise pneubereifte Spezialfahrzeuge eingesetzt, welche dem Planverkehr einfacher ausweichen können. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Nachdem in der Innenstadt das frühzeitige, einfache Wenden über ein ehemaliges Streckenstück der Linie 1 nicht mehr möglich war, gab es noch eine Wendemöglichkeit über ein Gleisdreieck zur ehemals imposanten 4-gleisigen Abfahrtstelle vieler Überlandlinien wie auch z.B. der Linie 9 nach Hermance. Ein einziges Gleis in diesem ehemaligen Trambahnhof blieb zum Zwecke des Wendens noch teilweise mit einer Fahrleitung überspannt betriebsbereit. Alle Geleise und Weichen der beeindruckenden Gleisanlage blieben aber liegen, wenn auch teilweise etwas mit Teerbelag überdeckt. Nirgends besser als hier konnte man die einst grosse Vergangenheit der CGTE geradezu noch spüren. Das Wenden über ein Gleisdreieck mit Rückwärtsfahrt ist aber aufwändig und an einem stark belebten Ort besonders mit einem Einrichtungstriebwagen auch nicht ganz gefahrlos und wurde daher nur bei besonderen Situationen angewandt. So war es ein unglaublicher Glücksfall als ich realisierte, wie sich ein von Moillesulaz kommender als Fahrschule bezeichneter Triebwagen anschickte, die Geleise zu diesem geschichtsträchtigen Trambahnhof zu befahren. 
Die Weiche zu diesem nur noch selten benutzten Gleis musste manuell mit einem Weichenstellhebel umgelegt werden. Der Triebwagen hat die Weiche gerade befahren und legt einen Halt ein, damit ein Mitarbeiter die Weiche wieder in die normale, für die Linie 12 gerade Stellung zurücklegen kann. Wie an der fehlenden Fahrleitung zu erkennen, ist das Gleis links nicht mehr befahrbar.        

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB *)


Situationsplan (vereinfachte Darstellung)
Vom ehemaligen Trambahnhof in der Rue Pierre Fatio / Rond-Point de Rive ist noch ein Gleisdreieck zum vorzeitigen Wenden übriggeblieben

*) die Skizze basiert auf dem im Teil 1 gezeigten Stadtplan von ca. 1920  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Der kleine Zwischenhalt erlaubte da auch noch eine Seitenaufnahme. Das dreieckige Kioskgebäude/Wartehäuschen füllt die Fläche innerhalb des Gleisdreieckes aus. Hinter dem Triebwagen ist noch ein früher Billettautomat zu erkennen, wie er damals in mehreren Städten verwendet wurde. (Verkauf meist von 2 Billettsorten für Kurzstrecke/Kinder oder Langstrecke).

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Alle 4 Geleise sind noch vorhanden und lassen die einstige Betriebsamkeit erahnen, als von hier aus noch Überlandzüge ihre langen Fahrten begannen. Der Fahrschüler und sein Instruktor sind derweil ausgestiegen und stellen hinten sichtbar wiederum manuell die Weiche für die Rückwärtsfahrt nach rechts zum Gleise der Linie 12. Von den 4 Gleisen ist nur noch das Gleis 2 auf einer Länge von etwa 100m benutzbar. Unten links eine ehemalige Verbindungsweiche mit Schienen, die bereits im Teerbelag enden. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Noch den Weichenstellhebel in der Hand scheinen die beiden Mitarbeiter die nächsten Schritte der nun anstehenden Rückwärtsfahrt zu besprechen. Alleine, erst recht mit einem Beiwagen war so ein Manöver nicht zu machen, besassen selbst die Triebwagen keine Hilfsführerstände am Wagenende. Der Kioskangestellte hat in der Zwischenzeit seine ins Gleisprofil hineinragende Sonnenstore eingezogen.     

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Ein Halt direkt vor dem Kiosk für einen kleinen "Schwatz" mit der netten Frau vom Kiosk oder gleich eine Erfrischung, wer weiss? Da der Triebwagen zur Rückfahrt nach Moillesullaz das nach rechts führende Gleis Richtung Carouge auch noch kreuzen muss, wird ein bald eintreffender Zug der Linie 12 abgewartet.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rond-Point de Rive / Rue Pierre Fatio
TPG/CGTE Be 4/4 714 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Im Hintergrund ist der nach rechts weiterfahrende Tramzug der Linie 12 gerade eingetroffen. Nachdem die Gleise der Linie 12 wieder frei sind, wird der Triebwagen seine Fahrt rückwärts über das Gleis der Linie 12 Richtung Carouge fortsetzen. Der Instruktor überwacht dabei den Bereich hinter dem Triebwagen und hat die entsprechende Weiche gestellt. Zur besseren Kommunikation findet die Fahrt mit offener Türe beim Führerstand statt. Nach einem weiteren Fahrtrichtungswechsel kann der Triebwagen seine Rückreise nach Moillesulaz (nach links) beginnen.

Die Gleise zum ehemaligen Trambahnhof in der Rue Pierre Fatio werden gerne auch von Museumszügen benutzt, ist man hier doch der einstigen Verkehrsgeschichte besonders nahe. Seit der Jahrtausendwende beschafft Genf nur noch teurere Zweirichtungsfahrzeuge, die jedoch zum Wenden nur einen einfachen Gleiswechsel und auch keine Kehrschleifen mehr benötigen. So wird nur noch die traditionell mit Kehrschleifen ausgestattete Linie 12 mit der ersten Generation moderner Einrichtungs-Gelenktriebwagen betrieben. Damit ist die längerfristige Zukunft dieses Relikts aus vergangenen Tage doch etwas ungewiss.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron).
Auf dem ziemlich aufgeräumten Areal stand etwas einsam der Dienstwagen Xe 4/4 71 mit seiner "schönen" Frontseite gerade richtig für ein Erinnerungsbild. Der Triebwagen wird als allerletztes Tramfahrzeug im August 1991 das Areal vom einstigen Tramdepot Jonction verlassen. Das Gebäude rechts mit dem zur Belüftung erhöhten Satteldach war einst das Depot für die in Genf auch verbreiteten Winterthurer (SLM) Dampftramlokomotiven. Die ab 1862 gebauten Pferdebahnen oder neue wesentlich vor der Jahrhundertwende gebaute Linien wurden oft noch mit Dampftramlokomotiven betrieben. Spätestens seit der Jahrhundertwende war dann aber in den Städten die elektrische Traktion "Stand der Technik". So dauerte die Zeit von Dampftrambetrieb meist nur kurz (Bern, Genf, Neuchâtel) oder wurde in wie in Zürich, Basel gleich übersprungen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève/Carouge, Pont de Carouge, Arve
TPG/CGTE Be 4/4 718 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 306 Bj.1951 FFA
Gemeindegrenze zwischen Genève und Carouge, Blickrichtung Genève. Ein Zufall, dass wie am 7.2. an diesem Fotostandort wieder derselbe Triebwagen vor die Linse gefahren kam. Da die Beiwagen in Genf aber durch häufiges Kuppeln getauscht wurden, hatte diesmal der Triebwagen 718 den Beiwagen 306 statt wie im Februar den Wagen 304 am Hacken.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 19.9.1988


Genève, Rue de la Corraterie / Musée Rath
TPG/CGTE Be 4/4 707 Serie 701-730, Bj.1950 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 310 Bj.1951 FFA

 

 


 

 

Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Tramstrecke im Boulevard de Saint-Georges

Eine Besonderheit und stets auch ein Hauch Geschichte stellte die ca. 1,4km lange mehrheitlich eingleisige Zufahrt zum Dépôt Jonction dar. Dazu wurde entlang dem "Plaine de Plainpalais" ein Streckenabschnitt der stillgelegten Linien 1 und 13, sowie durch den Boulevard de Saint-Georges ein ca. 1km langer mit einer Ausweichstelle versehener eingleisiger Streckenabschnitt der ehemaligen Linie 15 benutzt. So betrug die Betriebslänge der zuletzt erhaltenen Linie 12 zwar nur noch 8,5km, aber dazu kamen noch, wenn auch nicht regulär benutzt, die aussergewöhnlich lange Depotzufahrt nach Jonction sowie kurze Stichstrecken zu den Bahnhöfen in Chêne-Bourg und Eaux-Vives sowie noch die vorgängig gezeigten wenigen Gleismeter zum einstigen Trambahnhof in der Rue Pierre Fatio beim Rond-Point de Rive. 
Im Jahre 1988 war der Depotneubau für Tramfahrzeuge an der am 26.9.1987 eröffneten Verlängerung der Linie 12 von Carouge nach Bachet-de-Pesay bereits bezugsbereit (Gesamteröffnung mit Werkstatt/Verwaltung 11.4.1992), sodass das Ende dieser besonderen Zufahrtsstrecke absehbar war, sollte doch das Areal in Jonction zukünftig nur noch für Busse genutzt werden. 
AGMT in Zusammenarbeit mit TPG konnte am 16.9.1989 gerade noch rechtzeitig eine Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Streckenstücks der ehemaligen Linie 15 im Boulevard de Saint-Georges organisieren. Wie die folgenden Bilder zeigen, scheuten die Organisatoren keine Mühe für die Fotografen möglichst viele und interessante Züge zusammenzustellen. Die zwischen Jonction und der Kehrschleife Augustins verkehrenden Museumszüge der AGMT waren zur Mitfahrt freigegeben, sodass nach der Stilllegung der Linie 15 im Jahre 1950 für einen Tag da auch nochmals Personenverkehr angeboten wurde. Fahrten mit TPG Fahrzeugen waren hingegen nicht benutzbar und einzig zur Freude für die zahlreichen Fotografen unterwegs.
Diese gelungene Veranstaltung war sozusagen das "Schlussbouquet" vor dem Abbruch dieser geschichtsträchtigen Strecke. Im Jahre 1991 verliess der Xe 4/4 71 als allerletztes Tramfahrzeug das einstige Depotareal Jonction über die Linie durch den Boulevard de Saint-Georges.

 

 

Originalbild anzeigen BEB *)


Situationsplan (vereinfachte Darstellung)
Die Betriebsstrecke vom Rond-Point de Plainpalais zum einstigen Depot Jonction. Dazu wurden Streckenabschnitte der stillgelegten Linien 1,13 und 15 benutzt. Der Streckenabschnitt der ehemaligen Linie 15 war eingleisig, mit einer Ausweichstelle beim damaligen Gaswerk.

*) die Skizze basiert auf dem im Teil 1 gezeigten Stadtplan von ca. 1920 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 ex. Be 4/4 61 Bj. 1972 (1901/1933-38) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron). 1995 Abbruch zur Ersatzteilgewinnung durch AGMT
Noch kreuzt hier die Trolleybuslinie 2 welche 1961 die Tramlinie 2 nach Bernex ersetzt hatte, die Geleise der ehemaligen Linie 15. Die noch als Depotzufahrt benutzten Geleise werden 1991 abgebrochen und machen den Roint-Point de la Jonction für ein paar Jahre frei von Tramschienen. 2011 wird mit der neuen Tramlinie 14 auf dem einstigen Trassee der Linie 2 nach Bernex dieser Platz aber wieder von einer regulären Tramlinie bedient.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Boulevard de Saint-Georges / Rue des Plantaporrêts
TPG/CGTE Be 4/4 708 Serie 701-730, Bj.1950 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 309 Bj.1951 FFA 
Da üblicherweise Fahrten zum Depot meist nur in Randstunden stattfanden, waren Bilder von Fahrzeugen auf dieser eingleisigen Betriebsstrecke im Laufe des Tages eher selten. Dazu war der Bestand an Standardfahrzeugen im Jahre 1989 schon sehr stark dezimiert. So reichten damals schon kleinste Defekte oder abgefahrene Bandagen, um die Fahrzeuge dem "Rohstoffkreislauf" zuzuführen. Fahrten mit TPG Fahrzeugen waren nicht benutzbar und einzig für Fotografen auf der Strecke. Die freundlichen Wagenführer hatten aber stets ein Auge für die Bedürfnisse der Fotografen, so bremste hier der Zug ab, bis ein gerade vor die Linse gefahrenes Auto das Feld räumte, selbst wenn in der Zwischenzeit die Ampel bereits wieder auf Rot wechselte. Dazu war es auch ungewöhnlich, dass bei Tageslicht die Stirnlampen eingeschaltet waren.

 

 

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Genève, Boulevard de Saint-Georges / Rue des Gazomètres
TPG/CGTE Be 4/4 708 Serie 701-730, Bj.1950 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 309 Bj.1951 FFA 
Der Zug befindet sich da in der Ausweichstelle der eingleisigen Strecke.

 

 

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Genève, Boulevard de Saint-Georges / Rue des Rois
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG 

 

 

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Genève, Dépôt Jonction
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
TPG Be 4/6 802 Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC
Der Triebwagen 802 ist der erste Serientriebwagen basierend auf dem 1984 gelieferten Prototypwagen 841, welcher später zum 801 umnummeriert wurde. 1996 wurden einige Triebwagen mit einem eingefügten Mittelteil zu Be 4/8 umgebaut. (824,824,827-830)
Rote Liniennummern am Triebwagen 729 signalisierten früher verkürzte Linienführungen wie hier signalisiert nur zur Schleife Augustins statt zur regulären Endstation Carouge.

 

 

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Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Be 4/4 715 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS 

 

 



 
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Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Be 4/4 715 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS
Nur für die Fotografen wurde die volle Beleuchtung mit den einst für Genf typischen Doppelscheinwerfer am Dach und dem gelben Positionslicht eingeschaltet. Mit den neuen Gelenktriebwagen verschwand aber auch diese Genfer Spezialität endgültig.

 

 

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Genève, Kehrschleife Augustins, Rue de Carouge / Rue des Battoirs
TPG/CGTE Be 4/4 708 Serie 701-730, Bj.1950 SWP/SAAS + B4 309
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS + B4 308
Eingekürzte Kurse wie hier mit Endstation Augustins statt Carouge auf der Linie 12 wurden früher mit roter Ziffernfarbe oder durchestrichenen Nummern signalisiert. Von 1986 bis 1996 gab es jedoch eine reguläre Verstärkungslinie Eaux-Vives - Augustins mit dem Liniensignal 21, dem Zifferdreher der 12.

 

 

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Genève, Kehrschleife Augustins, Rue de Carouge / Rue des Battoirs
TPG/CGTE Be 4/4 708 Serie 701-730, Bj.1950 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 309 Bj.1951 FFA 

 

 

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Genève, Boulevard Georges-Favon, Roint-Point de Plainpalais
TPG Be 4/6 802 "Lancy" + 805 "Thônex" Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC
Die ersten Gelenkwagen der Serie wurden noch in der traditionellen, zu den Standardwagen identischen, TPG Farbgebung orange-weiss geliefert. Wie in Zürich üblich, erhielten die DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Triebwagen Wappen, meist von Genfer Gemeinden. Noch während der Auslieferung wechselte der Anstrich auf ein moderneres Erscheinungsbild mit grösserem Weissanteil und einem breitem orangen Streifen. TPG wird ihren Fahrzeugen aber auch zukünftig in relativ kurzer Folge neue Anstrichsvarianten verpassen, nach dunkelblau/weiss neulich wieder eine modern interpretierte Variante in orange/weiss, von der Unsitte, mit penetranter Vollwerbung als fahrende Plakatsäule leider ganz zu schweigen.
Der Zug ist als Linie 21 bezeichnet, eine von 1986 bis 1996 auf der Linie 12 eingesetzte Verstärkungslinie vom damaligen SNCF Bahnhof Eaux-Vives nach Augustins.

 

 

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Genève, Boulevard Georges-Favon, Roint-Point de Plainpalais
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG
Hier befindet sich der Zug entlang dem Plaine de Plainpalais, ein Streckenstück der ehemaligen Linie 13 und der 1969 stillgelegten Ringlinie 1. Die hier einst zweigleisige Strecke wurde für die Verwendung nur noch als Depotzufahrt auf ein Gleis zurückgebaut. Es sollte aber kein Jahrzehnt mehr dauern bis hier wieder eine Doppelspur für eine neue reguläre Tramlinie 13 gebaut werden wird.

 

 

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Genève, Boulevard de Saint-Georges / Rue des Gazomètres
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG
Ausweichstelle im eingleisigen, ursprünglich (bis 1950) von der Linie 15 benutzten Streckenstück.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Bj.1936(01), TPG/CGTE Be 4/4 715 Bj.1951, TPG Be 4/6 824 "Versoix" Bj.1989, Be 4/6 829 "Genthod" Bj.1989, TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex.71 ex.61 Bj. 1972(37/01). 
Beide Gelenkwagen tragen den modernisierten Anstrich in orange-weiss und werden im Jahre 1996 mit einem eingefügten Mittelteil zu Be 4/8 umgebaut. (824 > 851, 829 > 847)

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Bj.1936(01), TPG/CGTE Be 4/4 715 Bj.1951, TPG Be 4/6 824 Bj.1989, TPG Be 4/6 829 Bj.1989, TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 ex.61 Bj. 1972(37/01). 
Der in die Halle hineingeschobene Trolleybus 611 wird neben weiteren Fahrzeugen aus derselben Serie 1990 nach Valparaíso in Chile abgegeben.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG 

 

 



 
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Genève, Dépôt Jonction
Schweisswagen TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 Umbau 1972 ex. Be 4/4 61 Bj. 1937 (1901) CGTE (Herbrand/CGTE/Sécheron). 1995 zur Ersatzteilgewinnung durch AGMT verschrottet. Die Drehgestelle werden für den in Rekonstruktion/Revision befindlichen des Be 4/4 66 verwendet.

 

 

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Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Be 4/4 715 Bj.1951, TPG Be 4/6 824 "Versoix" Bj.1989, AGMT/CGTE Be 4/4 67 Bj.1936(01), TPG Be 4/6 829 "Genthod" Bj.1989, TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 ex.61 Bj.1972(37/01). 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 729 Bj.1952, TPG/CGTE Be 4/4 715 Bj.1951, TPG Be 4/6 824 Bj.1989, AGMT/CGTE Be 4/4 67 Bj.1936(01), TPG Be 4/6 829 Bj.1989, TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 ex.61 Bj. 1972(37/01). 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Be 4/4 715 Bj.1951, TPG Be 4/6 824 Bj.1989, AGMT/CGTE Be 4/4 67 Bj.1936(01), TPG Be 4/6 829 Bj.1989, TPG/CGTE Xe 4/4 T.02 ex. 71 ex.61 Bj. 1972(37/01).
Die Gelenkwagen waren seit 1988 bereits im neuen Depot in Bachet-de-Pesay beheimatet und waren nur noch selten in den altehrwürdigen Hallen von Jonction anzutreffen.

 

  

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG
Die Züge mit AGMT Fahrzeugen konnten an diesem Tag auch zur Mitfahrt auf dieser ansonsten nur betriebsinternen Strecke benutzt werden. TPG Fahrzeuge fuhren jedoch alle ohne Passagiere und wurden nur für die Fotografen auf die Reise geschickt. 

 

 

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Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG Be 4/6 829 "Genthod", TPG intern als Typ DAV bezeichnet (Düwag – Ateliers de Vevey) Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC. 1996 zu Be 4/8 847
Der 1984 gelieferte Prototyp-Triebwagen 741 wird zum 801 umnummeriert. 1996 werden 6 Triebwagen der Serie mit einem Mittelteil zu Be 4/8 umgebaut. Der Be 4/6 829 wird dabei zum Be 4/8 847.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG/CGTE Be 4/4 715 Serie 701-730, Bj.1951 SWP/SAAS + TPG/CGTE B4 309 Bj.1951 FFA  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS + B4 308 Bj.1951 FFA.
Der 1989 gerade neu von TPG übernommene AGMT Museumszug 329+308 ist seit 1996 der einzig in Genf erhaltene Standardzug. Er wird später den grün-weissen Anstrich der Ablieferung 1952 erhalten. Heute trägt er den rot-weissen(beigen) Anstrich, wie ab den 60er Jahren üblich. Die Einrichtungs-Standardwagen konnten nur auf der frequenzstarken, mit Kehrschleifen ausgerüsteten Linie 12 und der Ringlinie 1 eingesetzt werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Boulevard de Saint-Georges / Rue des Plantaporrêts
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS + B4 308 Bj.1951 FFA. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  +
AGMT/CGTE B4 363 Serie 361-370 Bj.1920 SIG  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG Be 4/6 829 "Genthod", TPG intern als Typ DAV bezeichnet (Düwag – Ateliers de Vevey) Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC. 1996 zu Be 4/8 847 umgebaut. Die Typen DAV sind Einrichtungswagen und verkehren heute meist in Doppeltraktion Be 4/6 + Be 4/8 auf der einzigen mit Kehrschleifen ausgerüsteten Linie 12. Alle seit der Jahrtausendwende gebauten Tramlinien enden stumpf und sind für Betrieb mit Zweirichtungsfahrzeugen ausgelegt.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 T.01 ex. 70 Umbau 1970 ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1934(1901) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron)
Der Triebwagen wird im Jahr 2000 von CFDL zum Restauranttram "Tram bleu" AT70 umgebaut. 2022 verschrottet.     

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 T.01 ex. 70 Umbau 1970 ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1934(1901) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron) + Kranwagen T.03 ex. X 73 ex X 638.
Der Triebwagen wird im Jahr 2000 von der privaten CFDL (Compagnie ferroviaire du Léman) in blauem Anstrich als "Tram bleu" AT70 für Restaurant und Eventfahrten verwendet. Das Konzept floppte und nach jahrelanger Abstellung wird der Triebwagen 2022 von AGMT zur Ersatzteilgewinnung verschrottet. Der Kranwagen wurde als reiner Flachwagen ebenfalls von der CFDL übernommen und zum offenen Eventwagen umgebaut, z.B. zum Transport von Musikkapellen. Verbleib unbekannt. Die beiden Diensttriebwagen 70/71 besassen 1989 nur noch auf einer Seite eine originale Stirnfront. Siehe vorgängige Bilder aus dem Jahre 1988. AGMT als Veranstalter scheute keine Mühe, diese Fahrzeuge stets mit der historischen alten Frontseite in Fahrtrichtung auf die Reise zu schicken.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Roint-Point de la Jonction
TPG Be 4/6 829 "Genthod" Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC + TPG B4 309 Bj.1951 FFA
Nur für Fotografen und als sehr grosse Überraschung organisierte AGMT auch eine Fahrt mit einem Gelenkwagen mit einem Standardbeiwagen. Da der Triebwagen durch unterschiedliche Kupplungseinrichtungen den Beiwagen nur ungebremst mitführen konnte, war eine solche Kombination natürlich regulär nie zugelassen. Aber nichts war an diesem besonderen Anlass unmöglich, besonders wenn engagierte Leute wie beim AGMT mit Freude an der Sache so einen Anlass organisieren.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
TPG Be 4/6 829 "Genthod" Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC + TPG B4 309 Bj.1951 FFA
Der ungewöhnliche Zug nach seiner Rückkehr von der Fahrt (ohne Passagiere) nach Augustins. Möglicherweise für Verkehrshistoriker in ein paar Jahren eine echte Knacknuss, diesen Zug richtig einzuordnen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
TPG Be 4/6 829 "Genthod" Serie 802-830 Bj. 1987-1989 Düwag/Vevey/BBC + TPG B4 309 Bj.1951 FFA
Leistungsmässig war der Triebwagen sicher problemlos in der Lage den leeren Beiwagen mitzuführen, wurde doch der Triebwagen 829 im Jahre 1996 mit einem eingefügten Mittelteil zum Be 4/8 847 verlängert.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS + B4 308 Bj.1951 FFA
Der AGMT Museumszug im übriggebliebenen Rest der ehemaligen Kehrschleife auf dem Depotareal von Jonction. In den letzten Jahren erfolgte das Wenden der Tramzüge nur noch umständlich über ein Gleisdreieck. Die neuen Depothallen mit Toren wurden ausschliesslich für Busse gebaut. Die Tramfahrzeuge der einzig übriggebliebenen Linie 12 mussten sich mit den beiden alten offenen Hallen im Hintergrund begnügen. So hing die Zukunft der Tramlinie noch bis etwa der 70er Jahre an einem äusserst dünnen Faden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 T.01 ex. 70 Umbau 1970 ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1934(1901) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron)
Der Triebwagen mit seiner nicht fotogenen, für den Betrieb mit einem Schneepflug modernisierten Frontseite. Obwohl einfach wieder zu korrigieren, beliess man bei dem im Jahre 2000 von CFDL erfolgten Umbau zum Restauranttram diese optische Unstimmigkeit. Ob es daran lag oder nicht, das Konzept war nicht erfolgreich und der Triebwagen wurde 2022 zur Ersatzteilgewinnung von AGMT verschrottet.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.9.1989


Genève, Dépôt Jonction
TPG/CGTE Dienstwagen Xe 4/4 T.01 ex. 70 Umbau 1970 ex. Be 4/4 70 ex. 54 Bj. 1934(1901) CGTE (Herbrand/AEG/CGTE/Sécheron)
Der Triebwagen von seiner historisch stimmigen Seite. Es war der einzige Wagen der Serie 60-70 im rot-weissen CGTE Anstrich der 60er Jahre. Diese Farbgebung erhielten alle Standardwagen der damals noch betriebenen Linien 1 und 12. Die im Personenverkehr verbliebenen Altwagen behielten hingegen bis zu ihrer Ausmusterung die ursprüngliche grün-weisse Farbgebung. Im Hintergrund das einstige Verwaltungs- und Direktionsgebäude mit den in Stein gemeisselten Initialen der CGTE (Comagnie Genevoise des Tramways Électriques).   

 

 


 

 

Es geht wieder aufwärts - Eröffnung der neuen Tramlinie 13

Nachdem am 26.7.1987 die 1km lange Verlängerung der Linie 12 von Carouge nach Bachet-de-Pesay zu den neuen sehr grosszügig gebauten Depot und Werkstattanlagen bereits eine deutliche Willenskundgebung zugunsten für das Verkehrsmittel Strassenbahn darstellte, war die Eröffnung einer neuen Tramlinie über die Rhone zur Wiederanbindung des Hauptbahnhofs Cornavin aber ein wirklich denkwürdiges Ereignis, musste doch noch 1969 die damalige Ringlinie 1 mit derselben Funktion den wahnwitzigen Vorstellungen einer autogerechten Stadt weichen. Die neu gebaute Linie 13 ist zwar keine Ringlinie, benutzt aber grösstenteils ehemalige Strassenzüge, welche bereits bis 1969 auch von der Linie 1 befahren wurden. Die neue Linie 13 benutzt von Bachet via Carouge nach Plainpalais die Geleise der Linie 12, danach fährt sie bis zum Place de Cirque auf neu gebauten Gleisen der 1991 aufgegebenen Depotzufahrt nach Jonction. Auf diesem Abschnitt fuhr bis 1969 auch die Ringline 1 sowie bis 1950 schon einmal eine Linie 13. Vom Place de Cirque weiter über die Rhone folgt die Linie vollständig dem ehemaligen Trassee der Linie 1 bis zum Hauptbahnhof Cornavin. Der Place de Cornavin, eine ehemalige Drehscheibe im Tramverkehr und bekannt durch seinen einst zentralen Gleiskreis, wird aber erstmal nur an einer Seite berührt. Die Kehrschleife der Linie 13 wurde als eingleisige Schleifenstrecke um die Eglise de Notre Dame und mehrere Häuserblocks angelegt. 
Mit dem Neubau weiterer Tramlinie nach der Jahrtausendwende kreuzen sich vor dem Bahnhof mittlerweile wieder mehrere Linien als ob man die Zeit vollständig zurückgedreht hätte. Durch Umgruppierungen im stetig wachsenden Tramnetz wurde die eher kurze Linie 13 im Dezember 2011 eingestellt. Auf ihrem 1995 neu erstellten Trasse Cornavin-Plainpalais fährt heute die über den Bahnhof Cornavin verlängerte Linie 15.

 

 

Originalbild anzeigen BEB *)


Situationsplan der neuen Linie 13. Cornavin-Augustins-Carouge-Bachet.
Einige Kurse auch nur bis Augustins. Die neu gebaute Verbindung zum Hauptbahnhof Cornavin benutzt ehemalige Abschnitte der einstigen Ringlinie 1 wie auch einer bereits einmal verkehrenden Linie 13 Quai de la Poste - Perly 

*) die Skizze basiert auf dem im Teil 1 gezeigten Stadtplan von ca. 1920  

 

 

Originalbild anzeigen Slg. BEB / TPG *) / 28.5.1995


Ein sympathisches "J'aime Le 13" auf einer Ansichtskarte, welche an Besucher gratis verteilt wurde. Die Freude über die gelungene (Wieder-) Eröffnung einer Tramlinie zum Hauptbahnhof Cornavin war überall gross. Die Werber waren sogar aussergewöhnlich präzise, hatte doch tatsächlich der dargestellte Triebwagen 836 die Ehre, die Linie zu eröffnen. Was sie aber vielleicht bei der Herstellung der Karte noch nicht wussten, dass der Wagen dazu noch reichlich mit Blumenschmuck verziert sein wird.

*) publiziert mit freundlicher Genehmigung der TPG (Transport publics genevois)

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place de Cornavin, Gare Cornavin
TPG Be 4/8 836 "Puplinge" Typ DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Bj.1989 Serie 831-852 Düwag/Vevey/BBC. 
Der bereits zum Be 4/8 verlängerte Triebwagen 836 hatte die Ehre, die Linie offiziell zu eröffnen. Der reichlich angebrachte Blumenschmuck unterstrich sicher auch die besondere Tragweite dieser Eröffnung, bedeutete sie doch auch die Abkehr von einer Verkehrspolitik, welche öffentlicher Verkehr und Fussgänger als Störfaktor ansah und bestenfalls noch geduldet hatte. Im Gegensatz zu einigen Orten, welche die Strassenbahn in den 60er Jahren auch liquidierten und bei der Wiedereinführung das Wort Strassenbahn tunlichst vermieden (Politiker und Parteien machen nie Fehler) und deshalb das altbewährte Verkehrsmittel der Bevölkerung als der letzte Schrei in Form von Stadtbahn o.ä. verkauften, hatte man in Genf absolut keine Berührungsängste zur Geschichte und der einst grossen Zeit der Tramway. So gab es zur Geschichte wie hier auch Ausstellungen, dazu wurde die Vergangenheit ja auch mit dem Einsatz der historischen Fahrzeuge noch speziell hervorgehoben.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rond-Point de Plainpalais
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Der frisch revidierte Museumstriebwagen 729 präsentiert sich im Zustand der Ablieferung im damals grünen CGTE Anstrich. Ende der 50er Jahre wechselten die Fahrzeuge (nur die modernen Standardwagen) ihr Erscheinungsbild auf rot-weiss, später orange-weiss. Mit Bezug zur Historie der einstigen Ringlinie 1 auf welcher, bedingt durch damals zu kurze Haltestelleninseln, immer nur Triebwagen alleine verkehren konnten, fuhr der Triebwagen am Eröffnungstag trotz Besucherandrang ebenfalls nur als Alleinfahrer ohne Beiwagen. 

 

 



 
Originalbild anzeigen Slg. BEB / um 1950


Genève, Rue du Mont-Blanc
Ein Zufallsfund auf einem Flohmarkt in Amsterdam. Eine Broschüre um 1950 in Niederländischer/Englischer Sprache mit einem Bild der Mont-Blanc Brücke mit schönen geschmiedeten Geländern, breiten Trottoirs und auf der Ringlinie 1 neben einem zweiachsigen Triebwagen auch mit einem Standardwagen noch in grün-weiss.
Unten links in schwarzer Schrift:
En frevlig stad. Dit is Genève: mooi, levendig en elegant. Picture of a happy town
Ein Jahrzehnt später war es dann aber fertig mit "happy town". Die Mont-Blanc Brücke wurde zu einer breiten 6-spurigen Hauptverkehrsachse ausgebaut und hinten an der Stelle der grünen Bäume entstand ein grosses zentrales Parkhaus, alles im Stil der autogerechten Stadt. Da hatte es erstmal keinen Platz mehr für sowas wie eine umweltfreundliche Strassenbahn. Aber auch Fussgänger wurden ja im Sinne der 60er Jahre wie beim Bahnhof Cornavin vornehmlich in den Untergrund verbannt.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1985


Genève, Rond-Point de Plainpalais
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Der Triebwagen hält hier auf dem richtungsgetrennten Verbindungsgleis zwischen dem Boulevard Georges Favon und der Rue de Carouge. Die Gleisanlagen am Roint-Point de Plainpalais werden mit dem weiteren Ausbau des Tramnetzes nach der Jahrtausendwende noch einige grössere Änderungen erfahren.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rond-Point de Plainpalais
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Der Triebwagen schwenkt von der neu gebauten Linie in die Geleise der Linie 12 nach Carouge ein. Die reguläre Linie 13 wird jedoch bis Bachet, über die 1987 von Carouge ausgehenden Verlängerung fahren. Die Kehrschleife und Abstellanlage von Carouge war an diesem Tag nur Endstation für die historischen AGMT Triebwagen. Für die noch besonders gestalteten Telefonhäuschen wird die Zeit aber schon bald endgültig ablaufen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais
TPG Be 4/6 842 "Pregny-Chambésy" Typ DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Bj.1989 Serie 802-846 Düwag/Vevey/BBC. Der Triebwagen wird 1996 mit einem zusätzlichen Mittelteil zum Be 4/8 842 (Serie 831-852). Insgesamt gibt es 45 Triebwagen + 1 Prototyp 801 ex.741 vom Typ DAV. Von den insegsamt 46 Triebwagen sind heute 24 Be 4/6 (Serie 801-826) und 22 Be 4/8 (Serie 830-852). 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG
Dieses ca. 400m lange Streckenstück zwischen dem Rond-Point de Plainpalais und dem Place du Cirque befuhr bis 1950 bereits einmal eine Linie 13. Dazu verkehrte hier bis 1969 auch die Ringlinie 1. Nach der Stilllegung wurde die doppelspurige Strecke (ab Place du Cirque eingleisig) bis 1991 noch als Zufahrtsstrecke zum ehemaligen Tramdepot Jonction benutzt. Für die neue Linie 13 wurden nun hier wieder neue, mit grünem Teerbelag separierte, doppelspurige Geleise verlegt.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais
TPG Be 4/6 813 "Avusy" Typ DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Bj.1988 Serie 802-846 (801-826) Düwag/Vevey/BBC. 
Die Wagen vom Typ DAV sind heute die einzigen modernen Einrichtungstriebwagen in Genf und verkehren in Doppeltraktion Be 4/6 + Be 4/8 heute ausschliesslich auf der mit Kehrschleifen ausgerüsteten Linie 12. Die hier eröffnete ebenfalls noch für Einrichtungsfahrzeuge taugliche Linie 13 wird 2011 in die mit Zweirichtungsfahrzeugen betriebene Linie 15 integriert. Alle nach der Jahrtausendwende neu gebauten Tramlinien enden stumpf für Betrieb mit Zweirichtungsfahrzeugen.

 

 

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Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Der Standardtriebwagen 729 befuhr diese Stelle bis 1969 als Linie 1 sowie danach noch für Dienstfahrten zum Depot Jonction bis 1991.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais / Place du Cirque
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 

 

 

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Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais / Place du Cirque
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
An mehreren Haltestellen gab es Musikkapellen, Ausstellungen oder sonstige Gelegenheiten zum Verweilen. An der Haltestelle "Cirque" wurde wie rechts am Alphorn sichtbar bodenständige Kost geboten. Die Benutzung der Tramlinie war am Eröffnungstag gratis. Die historischen Fahrzeuge wurden von engagierten AGMT Mitgliedern betreut. 
Der historische Bus im Hintergrund bietet an diesem Tag Gratisfahrten zum ebenfalls neu gebauten und für Besucher geöffneten, nun ausschliesslich für Busse genutzten Depot in Jonction an.

 

 

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Genève, Boulevard Georges-Favon / Place du Cirque
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Zwischen dem Baum beim Triebwagen und dem Haus im Hintergrund zweigte nach rechts bis 1991 die eingleisige Zufahrtsstrecke in den Boulevard de Saint-Georges zum einstigen Tramdepot Jonction ab. Der Triebwagen wird nun auf dem Trassee der ehemaligen Ringlinie 1 zum Bahnhof Cornavin fahren. In dieser Fahrtrichtung wäre der Triebwagen damals auf der Ringlinie als Linie 1A (Uhrzeigersinn) beschildert gewesen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Pont de la Coulouvrenière
TPG Be 4/8 836 "Puplinge" Typ DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Bj.1989 Serie 831-852 Düwag/Vevey/BBC. Der rechts sichtbare noch Be 4/6 842 "Pregny-Chambésy" wird demnächst auch zum Be 4/8 umgebaut. Von den insgesamt 46 Triebwagen vom Typ DAV sind heute 24 Triebwagen Be 4/6 und 22 Stück Be 4/8. Seit die Linie 13 im Jahre 2011 von der mit Zweirichtungsfahrzeugen betriebenen Linie 15 übernommen wurde, verkehren die Einrichtungswagen vom Typ DAV ausschliesslich auf der 12.
Mit dem reichlich geschmückten Triebwagen 836 wurde die Linie 13 offiziell eröffnet. Die ganze Tramlinie wurde äusserst sorgfältig geplant und gebaut, davon zeugen nicht nur die mit grünem Teerbelag abgegrenzten Geleise, sondern auch die hübschen Haltestellenhäuschen mit dem Genfer Wappen. Obwohl die Wiedereinführung einer Strassenbahn auch mit Einschränkungen für den motorisierten Privatverkehr verbunden sind, waren die Berichte über das gelungene Werk in der Presse des Lobes voll. So war dies tatsächlich nur ein bescheidener Anfang von einer Entwicklung, die nach der Jahrtausendwende noch zu einem bis heute erstaunlich rasant wachsenden Tramnetz führen wird.   

  

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Pont de la Coulouvrenière (Rhonebrücke), Boulevard James Fazy
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Eine völlig leere breite Hauptstrasse mit dem einsamen, aber gut besetzten vom Bahnhof Cornavin zurückfahrenden Standard-Triebwagen aus den 50er Jahren war schon ein seltsames Bild, fast wie aus der Zeit der Ölkrise 1973 mit Sonntagsfahrverboten. Nur anno 1973 war die Ringlinie 1 bereits seit 4 Jahren stillgelegt. In dieser Fahrtrichtung wäre hier vor 1969 der Triebwagen als Linie 1B (Gegenuhrzeigersinn) beschildert gewesen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Pont de la Coulouvrenière (Rhonebrücke), Boulevard James Fazy
TPG Be 4/6 842 "Pregny-Chambésy" Typ DAV (Düwag – Ateliers de Vevey) Bj.1989 Serie 802-846 Düwag/Vevey/BBC. Der Triebwagen wird 1996 mit einem zusätzlichen Mittelteil zum Be 4/8 842 (Serie 831-852). Insgesamt gibt es 45 Triebwagen + 1 Prototyp 801 ex.741 vom Typ DAV. Von den insegsamt 46 Triebwagen sind heute 24 Be 4/6 (Serie 801-826) und 22 Be 4/8 (Serie 830-852).  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rue des Terreaux du Temple / Rue du Temple
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG
Der Triebwagen hat soeben die Rhone überquert und ist nun in die langgezogene, über mehrere Häuserblocks reichende eingleisige Schleifenstrecke zum Bahnhof Cornavin eingebogen.
Die schweren Triebwagen waren früher eher selten auf der Ringlinie 1 im Einsatz. Ihr einstiges Einsatzgebiet waren hauptsächlich die langen mit Beiwagen betriebenen Überlandstrecken wie auch die im Genfer Tramnetz traditionell frequenzstarke Linie 12, selbst aber auch eine Überlandlinie. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rue des Terreaux du Temple / Rue Bautte
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard James Fazy / Rue Voltaire
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG 
Der Triebwagen fährt nach dem Halt an der Endstation beim Bahnhof Cornavin auf dem oberen Schleifengleis wieder zurück Richtung Rond-Point de Plainepalais. Dieses Streckenstück war einst Teil der Ringlinie 1. In dieser Fahrtrichtung wäre der Triebwagen als Linie 1B (Gegenuhrzeigersinn) gefahren.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995

Genève, Place Isaac Mercier / Boulevard James Fazy / Rue Albert-Richard 
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rue des Terreaux du Temple / Place Isaac-Mercier 
TPG Be 4/6 803 "Carouge" Typ DAV Bj.1987 Serie 802-846 (801-826) Düwag/Vevey/BBC. 

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rue des Terreaux du Temple / Place Isaac-Mercier
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Rue des Terreaux du Temple / Place Isaac-Mercier
TPG Be 4/6 813 "Avusy" Typ DAV Bj.1988 Serie 802-846 (801-826) Düwag/Vevey/BBC.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place de Cornavin, Gare Cornavin 
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Wenn auch erstmal nur an einer Seite vom Hauptbahnhof Cornavin, ist nach einem Vierteljahrhundert Abwesenheit wieder eine Strassenbahn zu diesem wichtigen Verkehrsknoten zurückgekehrt. Auch an dieser Haltestelle spielte eine Musikkapelle anlässlich des freudigen Ereignisses. Das war jedoch erstmal nur ein Anfang, heute kreuzen sich hier wieder mehrere Linien auf dem Place de Cornavin fast wie einst. Im Rahmen einer Neuordnung des stetig wachsenden Tramnetzes wurde 2011 die eher kurze Linie 13 Teil der Linie 15. So ist heute das Liniensignal 13 wieder Geschichte. Übrigens, alle neuen Tramlinien haben Liniennummern über der historisch bedeutsamen Linie 12. Bei allen Neu- und Umgruppierungen im Netzplan blieb dazu der Linienverlauf der Linie 12 stets unangetastet.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Swissair Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 21.3.1953


Als Drehscheibe im öffentlichen Verkehr baute man für die in 4 Richtungen fahrenden Tramlinien einen einzigartigen Schienenkreis mit einem mittigen Rundgebäude für diverse Annehmlichkeiten der Fahrgäste. Zum Umsteigen mussten so nur kurze Wege zurückgelegt werden. Auf dem Bild von 1953 hält auch einer der neuen Standardwagen der Ringlinie 1A, welcher von da die Fahrt über die Mont-Blanc Brücke zur Altstadt fortsetzen wird. Für diese interessante Lösung mit einem Schienenkreis mussten aber bei doppelspurigen Strecken wie oben sichtbar die Geleise gekreuzt werden, absolut notwendig bei Einrichtungswagen mit Türen nur auf einer Seite in Fahrtrichtung rechts. So konnten sich die Tramfahrzeuge gegenseitig auch behindern. Heute wäre dieser Lösungsansatz mit Doppeltraktionen und langen Gelenktriebwagen aber sowieso nicht mehr möglich.

*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / Swissair Photo AG / Ausschnitt aus Bild: LBS_H1-014437 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild LBS_H1-014437) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)  

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Comet Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 9.1985


Nach der Stilllegung der letzten, den Hauptbahnhof verbindenden Tramlinie 1 im Jahre 1969 wurde der Place Cornavin, die einstige Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs von einer mehrspurigen Durchgangstrasse und einem unterirdischen Parkhaus in Beschlag genommen. Damit der Verkehr auf der einer Autobahn gleichenden 8-spurigen Strasse nicht von Fussgängern behindert wird, hat man diese auch gleich in den Untergrund verbannt. Ohne Fussgängerstreifen war so ein Wechsel zwischen den noch verstreut liegenden Abfahrtstellen der Busse nur noch via Untergrund möglich. Wie überall war es natürlich auch hier nur eine Frage der Zeit bis diese hier noch fast leeren Strassen wieder, nun einfach auf 8 Spuren mit wartenden Autos zugestopft wurden. Was für ein Empfang und erster Eindruck für aus dem Bahnhof tretende Besucher von Genf! 
Umso erstaunlicher ist, dass dieser Alptraum der späten 60er Jahre zumindest an der Stelle wieder Geschichte ist. Der Place Cornavin gehört heute wieder fast ausschliesslich den auch an die Oberfläche zurückgeholten Fussgängern und mittlerweile auch an 3 sich da kreuzenden Tramlinien.

*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Enz, Dieter / Comet Photo AG, Ausschnitt aus Bild: Com_FC07-1200-039 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild Com_FC07-1200-039) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard James Fazy (Passage des Grottes) / Gare Cornavin 
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard James Fazy (Passage des Grottes) / Gare Cornavin 
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 
Die Endhaltestelle zum Einsteigen beim Gare Cornavin lag damals noch eher abgelegen vor dem Hotel Cornavin. Im Hintergrund rechts ein Eck des Bahnhofgebäudes. Heute gehört der Place de Cornavin wieder fast vollständig Fussgängern und dem öffentlichen Verkehr, sodass auch die Haltestellen zueinander wieder besser erreichbar sind.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place de Cornavin, Gare Cornavin
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 
An Endstellen werden oft betriebliche Wartezeiten eingeplant, um auch dem Personal eine kurze Pause zu ermöglichen. Um das Fahrzeug in der Zeit einfach abschliessen zu können, wurde gelegentlich vor der Abfahrtstelle ein Haltepunkt nur zum Aussteigen eingerichtet. Am Place de Cornavin lag so ein Haltepunkt interessanterweise gerade neben den Abfahrtstellen vieler Busse. Die Abfahrtstelle lag dann wie vorher sichtbar eher etwas abgelegen. Für die Linie 15, welche 2011 die Linie 13 übernehmen wird, ist der Bahnhof Cornavin nur noch eine Zwischenhaltestelle direkt vor dem Hauptausgang des Bahnhofs. Das Gleis hier ist heute nur noch Betriebsgleis für vorzeitiges Wenden (oder für Museumsfahrten mit Einrichtungsfahrzeugen).

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place de Cornavin, Gare Cornavin
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS 

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais / Place du Cirque
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Der Bus im Hintergrund bietet an diesem Tag Gratisfahrten zum ebenfalls neu gebauten und für Besucher geöffneten, nun ausschliesslich für Busse genutzten Depot in Jonction an.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Boulevard Georges-Favon / Plaine de Plainpalais / Place du Cirque
AGMT/TPG/CGTE Be 4/4 729 Serie 701-730, Bj.1952 SWP/SAAS
Eine Tramhaltestelle mit "Animations" dazu "J'aime le 13" - besser geht es wirklich nicht im öffentlichen Verkehr und dazu alles noch gratis.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place des 22 Cantons / Rue de Chantepoulet
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG
Wenn auch noch etwas versteckt im Hintergrund kann das Genfer Wahrzeichen, der "Jet d'Eau" wieder mit einer Strassenbahn auf einem Bild vereint werden. Über eine mögliche Rückkehr der Strassenbahn auf die Mont-Blanc Brücke laufen Studien, mittlerweile wurde aber bereits ein weiterer Querung der Rhone über die Ponts de l'Ile realisiert.    

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.5.1995


Genève, Place Isaac Mercier
AGMT/CGTE Be 4/4 67 Serie 60-70 Bj.1936 CGTE/SAAS ex. Ce 2/4 Bj.1901 Herbrand/AEG
Gut besetzt ist der historische Triebwagen auf dem Weg zur Rhonebrücke (Pont de la Coulouvrenière). Wie anhand von den mit dem Rücken zum Fenster sitzenden Passagieren zu erkennen, besassen die Triebwagen der Serie 60-70 nur Längsbänke, einst ideal für Leute mit viel Gepäck, allerdings für Ausflügler, welche die Gegend geniessen wollten, eher ungünstig. Die aber auf den Überlandlinien mitgeführten 4-achsigen Beiwagen waren analog zu Eisenbahnen "Quersitzer" und besassen sogar offene Plattformen für vollendenden Fahrgenuss.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 9.1.2007


Genève, Boulevard James Fazy (Passage des Grottes) / Gare Cornavin
TPG, Be 6/8 863 "Cityrunner" Serie 1 (861-881) Bj.2004-2005, Bombardier
Die Linie 16 verband seit 1998 den Bahnhof Cornavin direkt mit Moillesullaz unter Benutzung der Linien 12 und 13. Im Jahre 2011 im Rahmen einer Netzreorganisation, zusammen mit der Linie 13 eingestellt, wurden diese Strecken von anderen Linien jedoch mit abweichenden Linienführungen übernommen.
Die "Cityrunner" Triebwagen waren die ersten Zweirichtungsfahrzeuge für die zukünftig ohne Kehrschleifen zu bauenden neuen Tramlinien. Sie wurden nach erfolgreichen Versuchen mit zwei Wagen aus Lodz (Polen) beschafft. Eine zweite Serie (882-899) folgte in den Jahren 2009-2010. Der Wagen trägt den damals neuen TPG Anstrich, welcher aktuell (2023) wieder auf die traditionelle Farbgebung in orange-weiss aber modern interpretiert geändert wird. Leider sind heute aber nicht wenige Fahrzeuge mit penetranter Werbung bis hin zu Vollwerbung mit verklebten Fenstern verunstaltet und trüben leider etwas den ansonst sehr positiven Eindruck. Dennoch TPG bleibt ein sehr interessanter und bemerkenswerter Betrieb, ist doch das Tramnetz aktuell noch immer im Wachstum und macht auch Genf wieder, wie im gezeigten Werbeprospekt aus den fünfziger Jahren beschrieben, zu einer "a happy town".   

 

 


 

 

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