Standort auf Karte

Zu den wohl eher unbekannten Feldbahnanlagen gehörte der kleine Betrieb mit nur 74m Gleislänge in der Gipsgrube von Oberehrendingen. Der Wagenpark bestand aus einer Kipplore, welche auf der kurzen Strecke vom Grubenrand zu einer nahen Schütthalde manuell verschoben wurde. Die Aufgabe der Kipplore war, die über den Gipsschichten liegenden Erdschichten zur nahen Abraumhalde zu transportieren. Die Gipsbrocken selbst wurden hingegen mit einem Traktor mit Anhänger zu einer nahen Gipsmühle gebracht. Das Geleise besass ein leichtes Gefälle mit ebenem Auslauf bei der Schütthalde. So war der manuelle Verschub der beladenen Lore einfach zu bewerkstelligen, bergwärts musste nur die leere Kipplore gestossen werden. Der abgebaute Gips wurde in der Mühle zermahlen und lokal in der Landwirtschaft als Dünger verwendet. Der fast hundertjährige Abbaubetrieb endete in den 60er Jahren mit dem Aufkommen von synthetischen Düngemitteln. Das Feldbahngleis verfiel in einen Dornröschenschlaf, im Umfeld blieben noch 2 Mulden ehemaliger Kipploren liegen, das Rollmaterial jedoch verschwand. 

Als Besonderheit ist an einer Grubenwand eine mehrschichtige Faltung aus der Entstehungszeit des Faltenjuras, zu dem auch die Lägern gehört, frei sichtbar. So war die Grube besonders auch Geologen bekannt, dazu waren da ohne viel Aufwand sehr schöne Gipsstücke, gelegentlich sogar mit kristallinem Gips für Gesteins- und Mineraliensammlungen zu finden. 
Etwa in den 90er Jahren wurde in der seit 30Jahren stillgelegten Grube am Ende des noch vorhandenen Feldbahngleises wieder eine Kipplore hingestellt und mit Gipsbrocken ein hübscher kleiner Rastplatz eingerichtet. Als originelle Sitzgelegenheit diente eine alte, umgekehrt hingestellte Kipplorenmulde. Davon ausgehend führte ein aufwändig gebauter Pfad mit unzähligen Treppenstufen durch die Abbauwand zur bekannten Jura-Faltung. Das ganze Ensemble war eine würdige Erinnerung an den Gipsabbau und bot Besuchern auch die Möglichkeit, sich die geologische Besonderheit aus der Nähe anzuschauen. Die einst mit Liebe zur Geschichte aufgebaute Installation verfiel nach der Jahrtausendwende aber zunehmend. Die Treppenstufen durch die Abbauwand wurden morsch und gefährlich und der Zugang zum kleinen Rastplatz mit der Kipplore verwilderte.

Auf einer Erkundungstour mit altem Kartenmaterial rund um die Lägern in den Sommerferien 1981stiess ich da zufällig auf das weitgehend zugewachsene Feldbahngleis. Damals ohne Rollmaterial reichten ein paar Fotos zur Dokumentation und die Bilder dieser Entdeckung verschwanden für über 20 Jahre unter "Verschiedenes". Dass letztlich genau diese Bilder aber später zur Entstehung der heutigen Bözenegg-Eriwis Bahn (BEB) führten, konnte niemand erahnen. Ohne diese Entdeckung und den nun folgenden Geschehnissen wäre die BEB tatsächlich nicht entstanden. 

So unternahm ich mehr aus Langeweile als aus Absicht im Jahre 2003 wiedermal einen Ausflug zu dem mysteriösen und abgelegenen Gleis. Die Überraschung war dann allerdings gross, als mir da nun auch eine abgestellte und mit Schrauben blockierte Kipplore begegnete. Der kleine Rastplatz war zwar noch zu erkennen, aber wie bei der Treppe in die Abbauwand gab es da offensichtlich schon lange keinen Unterhalt mehr. Das gesamte Ensemble war in einem Zustand des Verfalls. Das Feldbahngleis war wie schon beim Besuch 1981 teilweise verschüttet und nicht nutzbar.
Die Kipplore mit der Spurweite von 60cm wurde von Orenstein&Koppel in noch vollständig genieteter Ausführung hergestellt, ein heute seltenes Modell in Vorkriegsausführung.

Das Interesse und auch Freude an diesem völlig abgelegenen technischen Juwel meinerseits war geweckt und so folgte bald darauf ein Besuch mit den entsprechenden Werkzeugen, um die M16 Schrauben zum Blockieren der Räder zu lösen. Alles benötigte Material wurde immer mit dem Velo vom Bahnhof Baden hinauf nach Oberehrendingen zur Grube transportiert. Obwohl Jahrzehnte im Freien war die Kipplore immer noch gut rollfähig. Nach jedem Besuch wurde die Kipplore natürlich wieder ordnungsgemäss gesichert. Im Laufe weiterer Besuche konnte nun das Gleis Meter für Meter wieder benutzbar gemacht werden. Dazu standen aber nur einfache Handwerkzeuge zur Verfügung.

Darüber erzählt nun der folgende Bericht und das sich im Jahre 2005 ereignete Drama. Eben dieser damalige Scherbenhaufen wirkte aber rückblickend betrachtet als Geburtshelfer eines Neuanfangs, welcher damals, ebenfalls völlig zufällig, den späteren Weg zur Bözenegg-Eriwis Bahn öffnete. So ist die ehemalige Feldbahn von Oberehrendingen auf ganz spezielle Weise mit der Bözenegg-Eriwis Bahn verknüpft. Der Bericht beschreibt auch das spätere Schicksal für die dortige, industriegeschichtlich interessante Kipplore, welche heute aber ihr Dasein leider als Spassobjekt in einem Strassenkreisel fristen muss. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Swissair Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 7.6.1975


Luftbild der bereits zugewachsenen Gipsgrube. Der zuletzt in bescheidenem Rahmen durchgeführte Gipsabbau zur Dünger-Herstellung endete in den 60er Jahren.

*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG /
Ausschnitt mit Ergänzungen aus LBS_P1-752812 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild LBS_P1-752812) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)  

 

 

Originalbild anzeigen BEB


Auf der in leichtem Gefälle zur Schütthalde angelegten 74m langen Feldbahn wurde mit einer manuell gestossenen Kipplore der bei der Freilegung der Gipsbrocken anfallende Abraum abtransportiert. Der Transport der Gipsbrocken zur nahen Gipsmühle erfolgte mit einem einfachen Gespann aus Traktor und Anhänger. P.S. die Dialektbezeichnung "Gipsgruebe" ist heute die offiziell in Landeskarten verwendete Namensgebung.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 2005


Da das Feldbahngleis auf keiner Karte verzeichnet war, wurde das Gleis mit Hilfspflöcken (H1-H13) und markierten Referenzpunkten an einer Schiene (S1-S14) ausgemessen. Mit den damit zu erstellenden Dreiecken und den Regeln der Trigonometrie konnte der Gleisverlauf mit den Kurven bestimmt werden. Das Geleise besass zwischen Gleismeter 15 und 55 ein leichtes Gefälle (ca. 5 Promille) in Lastrichtung zur Schütthalde, sodass nur die leere Kipplore zurück zur Grube gestossen werden musste. Die ungebremste, beladene Kipplore liess sich behelfsmässig mit einem Holzpflock als Bremshebel an einem Rad etwas abbremsen. Dafür besassen die Kipploren zwischen den Rädern eine Querstange zur Abstützung eines Holzpflockes.
Achtung: Der Gleisplan wurde damals 180Grad gedreht zum vorhergehenden Luftbild und dem damit verbundenen Übersichtsplan erstellt. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB


Gipsbrocken aus der Grube Oberehrendingen.
Der meist weisslich-matte Gips kommt in der Gipsgrube auch geschichtet in leicht faserig-irisierender Form vor (links). An einigen Stellen besitzen die Gipsadern eine leicht rötliche Färbung (rechts). Mit etwas Glück konnte man auch mal kleine kristalline Formationen entdecken (hinten). Allerdings sind Gipskristalle im Vergleich zu den klaren Quarzen weisslich matt. 
Der Zugang zur Gipsgrube ist heute durch unzählige Elektrozäune versperrt, das Areal als Ziegengehege verwahrlost und die einst aufwändig installierte schmale Zugangstreppe zur bekannten Geländefaltung abgebaut. 

 

 


 

Bilderreihenfolge nach Datum aufsteigend.
Verortung der Bilder durch Angabe der Gleismeter ab Grube nach Übersichtsplan in [m]. 

 

Entdeckung und Wiederinbetriebnahme 

 

Originalbild anzeigen BEB / 8.1981


Gipsgrube Oberehrendingen, [70m]
Ein zufällig entdecktes Feldbahngleis am Rande der Gipsgrube Oberehrendingen gab Rätsel auf, endete das Gleis doch nach einer Partie durch dichten Wald und Gestrüpp abrupt im Gebüsch im Rücken des Fotografen. Die einstige Schütthalde war im Dickicht der wuchernden Brombeeren damals nicht mehr zu erkennen. Ausser zwei verstreut dahin rostende Mulden ehemaliger Kipploren war damals kein Rollmaterial mehr vorhanden. Blick vom Gleisende an der ehemaligen Schütthalde Richtung Grube. Links vom Gleis eine lose Ersatzschiene, welche auch über 20Jahre später noch da liegen wird und dann zum wertvollen Ersatzteilspender für Gleisreparaturen werden wird. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 20.4.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [15m]
Bei einem weiteren Besuch fast ein viertel Jahrhundert später befand sich am höher gelegenen Gleisende bei der Grube eine Kipplore zusammen mit Gipsbrocken als hübsches kleines Ensemble, welches irgendwann in den Jahren davor wohl einmal als Erinnerung an den einstigen Gipsabbau erstellt wurde. Auch gab es noch einen aufwändig angelegten Weg mit unzähligen Treppen zur da gut sichtbaren markanten Geländefaltung. Beide Installationen befanden sich aber im Jahre 2003 bereits wieder im Zustand des Verfalls und waren nur noch über einen schmalen Trampelpfad zu erreichen. Das teilweise verschüttete Geleise war dazu auch an vielen Stellen beschädigt und unterbrochen. Die Kipplore wurde (zum Glück) an ihren Rädern mit Flacheisen und M16 Schrauben blockiert. Schon aus Betriebszeiten ist überliefert, dass immer wieder mal nachts über das im Gefälle liegende Geleise aus Spass mutwillig Kipploren über die Schütthalde gestürzt wurden und von der zuletzt da tätigen Betreiberfamilie wieder mühsam geborgen werden mussten.        

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 26.4.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, Gleisende Seite Grube [0m]
Eine Woche später und mit den passenden Schlüsseln für M16 Schrauben ausgerüstet, konnte die Kipplore wohl seit Jahren zum ersten Mal von Ihrer massiven Blockierung befreit werden. Für robuste Feldbahnen gar nicht so überraschend, war die Kipplore noch stets ausgezeichnet rollfähig. Die trotz der rostigen Oberfläche insgesamt sehr gut erhaltene Feldbahnlore in der frühen, noch genieteten Bauweise mit der kaum verbeulten Kippmulde wurde von Orenstein&Koppel (MBA) gebaut. So war die wohl etwa in den 30er Jahren hergestellte Kipplore schon damals ein seltenes technisches Juwel. In einer nahen kurzlebigen Zementfabrik (Konkurs 1902 danach Abbruch) gab es neben einer Lorenseilbahn auch eine Feldbahn mit Bremsberg. Ob die unverbeulte gut erhaltene Kipplore möglicherweise dazu einen Bezug hat, ist eher unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen, allerdings müsste ihr Baujahr dann sogar um 1890 gewesen sein. Selbstverständlich wurde nach jedem Besuch die Kipplore jeweils wieder gesichert und blockiert.       

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 26.4.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [13m]
Sogleich wurde mit einem einfachen Klappspaten der Armee begonnen auf den ersten Metern das verschüttete Gleis wieder freizulegen. Durch die steile in den Jahren nahe ans Geleise gerückte Hangflanke musste viel Material beseitigt werden, welches immer wieder zum Nachrutschen neigte. Dennoch konnten so nach einem Tag Arbeit die ersten 15 Meter Geleise wieder benutzbar gemacht werden und so erwachte wieder etwas Leben auf der kleinen Feldbahn. Werkzeuge und Material mussten allerdings für jeden Tag neu vom Bahnhof Baden mit dem Velo und per Fussmarsch an diesen abgelegenen Ort gebracht werden.    

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [15m]
Bei der Freilegung gab es eine erste Überraschung als eine auffällig zerfetzte Schiene zum Vorschein kam. Weitere sollten noch folgen. Überreste von Handgranaten-Stielen wiesen bald darauf hin, dass in dieser abgelegenen Ecke wohl auch einmal mit den explosiven Wurfkörpern geübt wurde.        

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [15m]
Für die Gleisreparatur standen nur Handsäge und eine damals nicht sehr leistungsfähige Akku-Bohrmaschine zur Verfügung. Das zerfetze Schienenstück wurde abgesägt und mit einem passenden Schienenstück, dass von der zufällig da noch herumliegenden Ersatzschiene (siehe Bild oben von 1981) abgetrennt werden konnte, ersetzt. Die Hilfsschwellen zur Spursicherung und die Laschen konnten vorgängig in der Werkstatt meines Arbeitgebers hergestellt werden. Bedingt durch den Velotransport von Baden über ein paar Höhenmeter zur Grube war das Gewicht der neuen Ersatzteile aber etwas zu optimieren. Anbetracht der Gleisverwendung nur für eine Kipplore erfüllten die "Leichtbauschwellen" und Laschen aber ihren Zweck. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m] 
Neben einer Schienenlücke verlor hier eine Schiene durch weggerostete Schwellen ihren kompletten Halt und ragte ins Gleis. Mit einer verstellbaren Spurstange konnte zur Montage der neuen Hilfsschwellen die Spurweite wieder eingestellt werden. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m] 
Auch an der Stelle war die lose herumliegende Ersatzschiene Spender für das fehlende kleine Schienenstück. Auch wenn nur mit leichten Flachstahlteilen und M12 Schrauben verschraubt, konnte das Gleis hier für den Betrieb mit der Kipplore wieder betriebstüchtig gemacht werden. Insgesamt mussten auf ähnliche Art so an 5 Stellen das Gleis repariert werden.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [65m] 
Über das nun instandgesetzte Gleis erreicht die Kipplore wohl seit Jahren (Jahrzehnten?) bald wieder ihr einstiges Gleisende bei der Schütthalde. Die vor der Kipplore zu erkennende enge Kurve musste noch in der Spurweite etwas korrigiert werden, um auch wieder die letzten Meter nutzen zu können. An der Schütthalde wurde einst der auf den Gipsschichten liegende Abraum deponiert. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, Gleisende bei der Schütthalde, [74m]
Eine verlassene Grube und eine Feldbahn, die im abgelegenen Nirwana endet und nur noch über einen schmalen Trampelpfad zu finden war. So hatte ich auch in all den Jahren, wo ich mich um dieses kleine Juwel kümmerte nie Kontakt zu einem Besucher oder Wanderer. Auch wenn ich natürlich nicht der Besitzer war, blieb es ein kleines Geheimnis, welches mir stets grosse Freude machte, in der Hoffnung das könnte an diesem abgelegenen Ort weiterhin so bleiben. 
Letztere Annahme sollte sich später aber leider dann doch nicht bewahrheiten. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [55m]
Das Gleis ist nun mittlerweile auf der gesamten Länge von 74m wieder fahrbereit. Dank den äusserst robust konstruierten Radlager war die Kipplore stets noch sehr gut rollfähig als sei sie nie jahrelang im Freien gestanden. Bis etwa zu der Stelle konnte durch das leichte Gefälle von der Grube her die Lore selbstständig rollen. So gab es durchaus auch die Möglichkeit, da mal selbst mitzufahren. Kurz vor Beginn der Schütthalde bildete ein kräftig wachsender Haselstrauch fast einen kleinen hübschen Tunnel über das Gleis. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [40m]
Obwohl nur eine kurze Linie bot sie doch äusserst reizvolle Streckenabschnitte wie hier im kleinen Geländeeinschnitt an. Für den einfachen Betrieb nur mit Handverschub ohne Lokomotiven war eine sorgfältige, in Lastrichtung im leichten Gefälle liegende Trassierung notwendig und bedingte auch kleinere Geländeanpassungen wie diesen Einschnitt.   

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2003


Gipsgrube Oberehrendingen, [5m] 
Beim grubenseitigen Gleisende wurde einst für Besucher ein schön gestalteter kleiner Rastplatz errichtet. Eine umgedrehte ehemalige Kippmulde (vor der Kipplore auf dem Gleis zu erkennen) diente dazu als Sitzplatz. Rechts davon wurde ein ganzer Haufen Gipsbrocken deponiert. Mit der Kipplore wurde jedoch nie Gips, sondern nur Abraum zur Schütthalde transportiert. Der Abtransport vom Gips zur Gipsmühle geschah mit einem Gespann aus Traktor und Anhänger.
Das "Luftbild" konnte damals vom gerade noch benutzbaren Aufstieg zur bekannten Geländefaltung aufgenommen werden. Dieses geschichtlich interessante, hübsche Ensemble im Einklang mit der Natur wurde leider zugunsten eines einfältigen Ziegengeheges zerstört. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 31.3.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [16m] 
Nach jedem Besuch verfiel die kleine Feldbahn mit der stets wieder gesicherten Kipplore in ihren von allfälligen Besuchern unbemerkten und unauffälligen "Dornröschenschlaf".
Im vergangenen Winter fiel ein Baum quer zum Gleis und konnte Dank der stützenden Hanglage nach Beseitigung von ein paar Ästen gut unterfahren werden. Anderseits kam es am steilen Hang immer mal wieder zu kleineren Rutschen aufs Gleis, welche aber mit dem Klappspaten beseitigt werden konnten. Das gehörte da aber einfach zum normalen Gleisunterhalt.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 24.4.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [4m]  
Noch mit dem Klappspaten in der Hand konnte auch in diesem Jahr das Gleis wieder auf der ganzen Länge betriebsbereit gemacht werden. Die Freude zur "Wiedereröffnung" nach dem Winterschlaf ist offensichtlich.  

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.5.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [20m]
Blick Richtung Grube. Auch einige Fahrten hinterliessen kaum Spuren an den vorwitzigen Sträuchern, welche in den Gleisbereich hineinwuchsen. Nur ausgewiesene "Fährtenleser" hätten wohl erkannt, dass da tatsächlich ein "Zug" durchgefahren sein muss.    

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 2.10.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [57m] 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 2.10.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [45m]  
Mit einer leichten Kurve führte das Gleis aus dem Talabschnitt wieder in offeneres Gelände.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 23.10.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [52m]
Nachdem sich das Gleis ca. 40Jahre unbenutzt im bzw. auch unter dem Erdreich befunden hatte, konnte selbst durch eine geringe Belastung mit einer leeren Kipplore mal eine Verbindung brechen. Die vom Stahlwerk Burbach in Deutschland hergestellten Schienen gehörten mit 6,5cm Schienenhöhe zu einem leichten Schienenprofil wie meist bei Anlagen mit Handverschub ohne Lokomotiven verwendet. Beim nächsten Besuch konnte die "Reparaturequipe" solche Schäden aber immer wieder problemlos beheben. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB


Das leichte nur 6.5cm hohe Feldbahn-Schienenprofil für Handverschub von Oberehrendingen im Vergleich zu Schienenprofilen von regulären Eisenbahnen und Strassenbahnen. Für Betrieb mit Lokomotiven wurden üblicherweise Feldbahn-Profile ab 7cm bis etwa 12cm Bauhöhe eingesetzt. Gelegentlich verwendete man aber auch leichtere, gebrauchte Schienen von regulären Bahnen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 30.10.2004


Gipsgrube Oberehrendingen, [57m] 
Im Spätherbst brillierte stets der mächtige Haselstrauch mit seinem gelben Farbkleid. Das zunehmende Braun der Buchen und sonstiger Sträucher verschluckte optisch hingegen die Kipplore immer mehr.   

 

 


 

Das Schicksalsjahr 2005 - letztes Aufblühen und das abrupte Ende

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 13.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [20m] 
Nur die vegetationslose Zeit im Winter gab den Blick vom Feldbahngleis auf die bekannte Jurafaltung an der Grubenwand, einem Ausläufer der Lägern frei. Die Feldbahn war ein historischer Bezug und einzig noch greifbares Erinnerungsstück an den seit Jahrzehnten da getätigten Abbau von Gips. Ein kleineres für den Abbaubetrieb verwendetes Gebäude zum Einstellen von Werkzeugen wurde bereits abgebrochen. Das hoffnungsvoll gestartete Jahr 2005 sollte aber in der Geschichte der kleinen Feldbahn leider noch zu einer dramatischen Wendung führen.    

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 13.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m]
Die vom Gleis zu räumenden Äste konnten nochmals stilecht mit der Gipsgruben-Feldbahnlore zu ihrem Deponieplatz gefahren werden. Dazu funktionierte der Kippmechanismus der Mulde noch stets einwandfrei.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 16.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [0m]
Ein später Wintereinbruch im Februar verzauberte mit einem eher aussergewöhnlich intensiven Schneefall nochmals die ganze Landschaft. Obwohl der schmale, mit Treppenstufen ausgestattete Weg kaum mehr zu erkennen, reizte natürlich ein vorsichtiger Aufstieg Richtung Grubenwand, um die hübsche Landschaft mit der einsamen Kipplore einmal "aus der Luft" zu dokumentieren. Abbaubetrieb gab es jedoch aus naheliegenden Gründen zu dieser Jahreszeit nie, wurden doch die weissen Gipsbrocken nur oberflächlich eingesammelt. Ein Abbau in Stollen gab es nicht.   

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 16.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [17m] 
Wohl einmalig und zum einzig, ersten und sicher letzten Mal konnte die Kipplore eine Fahrt im tiefen Winter unternehmen. Natürlich waren bei der ersten Fahrt durch den Neuschnee auch mehrere Zwischenhalte zum Entfernen von Schneeklumpen an den Rädern nötig. Bei dickeren Schneeschichten wie hier am Fusse des Steilhanges half aber nur noch eine kleine Rückwärtsfahrt, um danach mit der Kraft des Eigengewichts der Lore weiter in den tiefen Schnee vorzustossen. Diese etwas rustikale Methode ohne Schneepflug funktionierte im weichen Neuschnee noch recht gut. Obwohl das Gleis unter der Schneeschicht nicht mehr zu erkennen war, führten die Schienen die Kipplore immer noch zuverlässig und ohne Entgleisung zu ihrem Ziel. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [43m] 
Die Hälfte der Strecke durch den Geländeeinschnitt mit besonders dicker Schneeschicht ist geschafft und die restliche Strecke im etwas flacherem Gelände konnte ohne Schwierigkeiten durchfahren werden.   

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 16.2.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [56m] 
Nach der ersten Durchfahrt waren die Schienen frei und weitere Fahrten über die ganze Linie konnten problemlos durchgeführt werden. Auch ohne Blätter war der hübsch verschneite Haselstrauch ein kleines landschaftliches Highlight der Feldbahnstrecke.   

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [74m] 
Gleisende bei der einstigen Schütthalde. Der Abraum wurde links der Lore abgekippt. 
Seit 2 Jahren wurde nun die kleine Feldbahnstrecke und die Kipplore betreut. So war es an der Zeit auch mal der Kipplore eine kleine Auffrischung zukommen zu lassen. So war dies der letzte Betriebstag für die Kipplore im rostigen Outfit.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 17.5.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [40m] 
Betrieb nachts gab es einst sicher nie, nur Mond- und Sternenlicht konnte die Gegend etwas erhellen. So war dies wohl auch das einzige Mal, dass die mit einer kleinen Schlusslaterne ergänzte Kipplore noch zu so später Stunde unterwegs war.  

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 19.5.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [12m]  
Am morgen vor der farblichen Auffrischung der Kipplore noch ein Belegbild im bisherigen Zustand. Insgesamt noch stets in sehr gutem Zustand war das Muldenblech jedoch schon recht dünn und wies auch bereits zwei kleinere Rostlöcher auf. So war es an der Zeit im Hinblick auf eine langfristige Erhaltung das Weiterrosten nun mit einem hochwertigen Lackanstrich zu verhindern. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 19.5.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [74m]
Der leicht bewölkte, aber trockene Tag war ideal für einen Neuanstrich. Nachdem mit einer Drahtbürste der oberflächliche Flugrost manuell entfernt wurde, konnte mit dem Neuanstrich begonnen werden. Zum Einsatz kamen speziell freilufttaugliche Eisenglimmer-Lacke (Hammerit), die für einen Anstrich auf rostigem Untergrund geeignet sind. Die beiden kleinen Rostlöcher in der Mulde konnten vor dem Anstrich mit einem speziell robusten, von beiden Seiten angebrachten Klebeband geschlossen werden. Reparaturen mit einer Schweissanlage waren da nicht möglich. Mit dem Pinsel wurden zuerst alle Kanten, Nietköpfe und dergleichen angestrichen, mit einem Farbroller danach die Flächen. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [17m]
Nach Auftrag der einzelnen Eisenglimmer-Farben gab es immer ein paar Tage Unterbruch, um die aufgebrachten Farbschichten gut aushärten zu lassen. Zum Schluss erhielt die Kipplore mit einer Schablone noch die Nummer 3 aufgemalt. Im Grubenareal waren damals noch zwei als Sitzgelegenheit umgekehrte Mulden von Kipploren vorhanden. Dies war der Grund der einzig noch vollständig vorhandenen Lore die Nummer 3 zu vergeben. Das Bild entstand am ersten "Betriebstag" mit der frisch revidierten Kipplore. Obwohl im Freien sollte das Farbkleid die Kipplore so noch für viele weitere Jahre in gutem Zustand erhalten, und an die einstige Abbautätigkeit in der Gipsgrube erinnern.    

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [3m]
Der leichte Glanz der frischen Eisenglimmer-Lacke hob die ausschliesslich genietete Ausführung der Kipplore und besonders der Mulde besonders schön hervor. Kippmulden in genieteter Ausführung sind etwa in die Vorkriegsjahre (WWII) des letzten Jahrhunderts einzuordnen und heute ausgesprochen rar.  

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [3m]
Der Kippmechanismus funktionierte noch einwandfrei und gab auch so ein schönes Bild ab. Feldbahn-Kipploren gab es schon früh auch genormt nach DIN, um beschädigte Mulden frei austauschen zu können. Kippkulisse und Kippmulde waren ziemlich trickreich so aufeinander abgestimmt, dass der Schwerpunkt während der Entladung incl. schüttfähigem Ladegut zu keinem Zeitpunkt ausserhalb der Schienen zu liegen kam und das ganze Fahrzeug zum Kippen bringen konnte. 
Die Mulden wurden für allgemeine Verwendung (auch für Sand) ohne Ablauföffnungen für Regenwasser geliefert. So war es üblich, nicht im Einsatz stehende Kipploren in gekipptem Zustand abzustellen. Gekippte Mulden konnten aber mit ihrem ganzen Gewicht rasch zurückschlagen. So war es sinnvoll hier die Kipplore immer in Betriebsstellung abzustellen. Dazu erhielt die Mulde bei der kleinen Überholung auch zwei Ablauflöcher für Regenwasser.     

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [3m] 
Am einst sehr schön gestalteten kleinen Rastplatz am Fusse der Gipsgrube war der Stellplatz der Kipplore gerade unter einer kleineren Buche. Links davon eine umgekehrte Kippmulde als Sitzgelegenheit. Eine weitere ebenso verwendete Kippmulde ergaben so die Nummer 3 für die noch betriebsbereite Kipplore. Die hinzugefügten Gipsbrocken an der Stelle ergaben insgesamt ein stimmiges Ensemble, auch wenn mit der Feldbahn nie Gips, sondern nur die Abraumschichten darüber transportiert wurden. Der Zugang zu diesem etwas verwunschenen Ort war aber damals nur noch über einen schmalen Trampelpfad möglich. So stiess ich da bei all meinen auch längeren Aufenthalten über die ganzen Jahre nicht ein einziges Mal auf weitere Besucher.      

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [43m] 
An einem völlig abgelegenen, etwas verwunschenen Ort kommt die revidierte Feldbahnlore aus dem Gebüsch gefahren, geradeso als sei Schneewittchen bzw. der Geist der Historie wieder aufgewacht. Romantik in Reinkultur.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [30m]
Die entlang vom Gleis wachsenden Sträucher halten das Gleis versteckt und wachen fast als Hüter des kleinen technischen Juwels. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 3.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [74m] 
Beim Gleisende zur Schütthalde wurde eine kleine Beschreibung zur Feldbahn und zur Kipplore aufgestellt. Sollten sich doch einmal Besucher da ins Gebüsch verirren wurde einfach gebeten doch zum technischen Juwel Sorge zu tragen. Als Vorsichtsmassnahme vor dem leicht abschüssigen Gleis wurden die Räder der Kipplore abends jedoch immer wieder wie seit eh und je mit zwei Schrauben gesichert. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 10.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [74m] 
Besser lässt sich wohl die völlige Abgeschiedenheit des Kleinodes mit der Kipplore nicht belegen. Fast schon ein Suchbild im Meer von Grün.   

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 15.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [45m] 
Drohnen für Luftaufnahmen gab es noch nicht, dafür aber selbstgebastelte Verlängerungen für die Kamera mit Selbstauslöser. Nach ein paar Versuchen konnten damit sogar ohne Blick durch den Sucher der Kamera die gewünschten Bildausschnitte festgehalten werden.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 15.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [25m] 
Die Fahrten für die "Luftaufnahmen" fanden gerade mal 14Tage nach der Revision der Kipplore statt. Nachdem jahrelang in Vergessenheit, hätte es damals niemand für möglich gehalten, dass ausgerechnet so kurz nach der für eine längerfristige Erhaltung ausgeführte Überarbeitung dies die letzte Fahrt gewesen sei.  

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 15.6.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [1m]
Zum allerletzten mal befand sich die Kipplore da an ihrem einst hübsch gestalteten Gleisende am Rande der Gipsgrube.   

 

 


 

Der Tiefschlag - oder ein industriegeschichtliches Juwel wird mit Füssen getreten.

 

Originalbild anzeigen BEB / 2.7.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [74m] 
Das aus geologischer und historischer Sicht bemerkenswerte Grubenareal gelangte unter die Kontrolle von "ProNatura", eine Organisation welche leider für ihre äusserst einseitige Betrachtungsweise aller Dinge bekannt ist. Auslichten von Buschwerk wird andernorts aufwändig und selektiv von Hand erledigt, hier sollten aber einfach gebietsfremde Ziegen für einen unkontrollierten Kahlschlag sorgen. Ein Elektrozaun mitten im Wald, ebenfalls ein absolutes Sakrileg, spielte dabei auch keine Rolle. Als Krönung der Geringschätzung jegliches industriellen Schaffens wurde ein Abschnitt des Elektrozauns ausgerechnet mitten ins Gleis gesetzt. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 2.7.2005


Gipsgrube Oberehrendingen, [45m]  
Wo noch vor kurzer Zeit eine hoffnungsvolle Fahrt mit der überarbeiteten Kipplore stattfand, nun ein Elektrozaun für Ziegen. So wurde das Kapitel um den Erhalt der kleinen abgelegenen Feldbahn mit der besonderen Lore überraschend und abrupt geschlossen. 
Die Enttäuschung war tatsächlich riesig, war das Gebiet doch für Jahrzehnte verlassen und kaum besucht. Dass mitten im urchigen Wald gerade auf dem 60cm schmalen und 74m langen Streifen des Feldbahngleises ein Elektrozaun gesetzt wurde, war tatsächlich eher schwer zu begreifen. 

 

 


 

Lachen und Weinen sind nahe beieinander
Ein Neuanfang und die Entstehung der Bözenegg-Eriwis Bahn

 

Originalbild anzeigen BEB / l: 13.8.2005 - r: 1.6.2014


Nachdem mein "Unglück" bei meinem Arbeitgeber in Kaffeepausen die Runde machte, erhielt ich nur wenige Tage später von einem Arbeitskollegen den Tipp, dass es in Gränichen in einer ehemaligen Sägerei noch ein Feldbahngleis und 2 Wägelchen geben würde. Bald handelseinig mit dem Eigentümer, wurde ich so zum ersten Mal glücklicher Besitzer von zwei Untergestellen ehemaliger Kipploren und etwa 30m Schienen in der üblichen Feldbahn-Spurweite von 60cm. 
So hat auf dem Scherbenhaufen von Oberehrendingen ein Abenteuer begonnen, welches Danks vieler fast unglaublicher Zufälle schlussendlich in Form der Bözenegg-Eriwis Bahn enden wird. 
Die einzelnen Schritte, begonnen mit dem Bau eines Kranwagens für einen noch völlig unbekannten Einsatzort sind unter "Bözenegg-Eriwis Bahn - Berichte" nachzulesen. 

 

 


 

Gelegentliche Besuche - Begleitung der Feldbahn bis zu ihrem endgültigen Ende

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.4.2006


Gipsgrube Oberehrendingen, [35m] 
Im Winter wurden die Elektrozäune jeweils eingezogen. Dank des Umstands, dass zuletzt die Kipplore zufällig bei der Schütthalde abgestellt und gesichert wurde, konnten nochmals Fahrten auf dem unteren, noch betriebsbereiten Teil der Feldbahnstrecke ausgeführt werden. Durch den um diese Jahreszeit lichten Wald ist besonders schön die geologisch interessante Jurafaltung zu erkennen. Heute ist der Zugang zum gesamten Grubengelände jedoch weitgehend versperrt.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.4.2006


Gipsgrube Oberehrendingen, [20m]
Der rutschende Hang beim Gleismeter 15 hat das Gleis bereits wieder auf mehreren Meter verschüttet. Kurz vor dem Gleisende blockiert ein Felsbrocken die Schienen. Wäre die Kipplore wie vor dem Zaunbau am 7.2005 eigentlich üblich bei ihrem grubenseitigen Gleisende abgestellt gewesen, hätte es danach keine Fahrbewegungen mehr geben können. Jeglicher Unterhalt meinerseits nach 2005 unterblieb aus verständlichen Gründen. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.4.2006


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m] 
Obwohl nun schon ein Jahr im Freien abgestellt, befand sich der Farbanstrich der Kipplore noch in einwandfreiem Zustand.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 14.1.2007


Gipsgrube Oberehrendingen, [70m] 
Zwei Jahre nach der Revision waren dann an der Mulde erste Farbabnutzungen sichtbar. Das war aber nicht weiter erstaunlich, erfolgte doch damals eine Vorbehandlung der Oberfläche für den Anstrich nur rudimentär mit einer Drahtbürste. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.1.2007


Gipsgrube Oberehrendingen, [45m]  
Die benutzbare Gleislänge verkürzte sich durch Hangrutsche stetig. So war das Gleisende damals beim Gleismeter 40. Es war die allerletzte Fahrt der Kipplore auf dem Feldbahngleis der Gipsgrube in Oberehrendingen. Noch im selben Jahr wurde die Kipplore da abtransportiert und eingelagert. Eine Anfrage an die Gemeinde zur Übernahme der Lore mit der besonderen Geschichte auf die mittlerweile in Betrieb genommene Bözenegg-Eriwis Bahn wurde abgelehnt, mit dem Hinweis auf eine "historische Verwendung" in der Gemeinde selbst. Wie diese Verwendung dann aber tatsächlich aussehen wird am Schluss dieses Berichtes. 

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 14.1.2007


Gipsgrube Oberehrendingen, [45m]  
Ohne es damals bereits zu wissen, war es an diesem Tag die allerletzte Fahrt der Kipplore auf dem unteren noch betriebstauglichen Gleisabschnitt in Oberehrendingen. (Gleismeter 40-74)

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 14.1.2007


Gipsgrube Oberehrendingen, [57m]  
Kurz vor dem Streckenende bei der Schütthalde. Als ob man es geahnt hätte, ein letztmaliges Kippen mit der Mulde, sozusagen als Abschiedsgruss von der Gipsgrube in Oberehrendingen. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 11.8.2007


Gipsgrube Oberehrendingen, [70m] 
Ein weiterer Besuch im Sommer desselben Jahres erlaubte über den wieder installierten Elektrozaun des Ziegengeheges nochmals einen Blick auf die da abgestellte (und gesicherte) Kipplore. Wie rechts neben der Kipplore am kleinen Baum zu sehen, fressen Ziegen die wasserführenden Baumrinden, was zum langsamen Absterben der Bäume führt. Links unten im Bild die Reserveschiene (vergleiche erstes Bild von 1981) welche einst als Ersatzteilspender für die Reparatur des Gleises wertvolle Dienste leistete. Wenig später im selben Jahr wurde die Kipplore da entfernt. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 20.8.2013


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m]  
Da in dem Jahr gerade mal keine Elektrozäune an der Stelle gesetzt waren, konnte auf einem kleinen noch benutzbaren Abschnitt nochmals ein Schienenfahrzeug aufs Gleis gestellt werden. Dazu wurde der zerlegbare und einfach zu transportierende Rollwagen X33 der Bözenegg-Eriwis Bahn eingesetzt. An der rechten Schiene vor dem Wagen erkennt man die einstige Reparaturstelle am Gleis mit dem von Hand von der Ersatzschiene abgesägten, da eingesetzten kurzen Zwischenstück. Ebenso sind gerade noch die feuerverzinkten Schrauben der zur Verbindung notwendigen Hilfslasche zu erkennen (Vergleiche dazu das Bild vom 3.5.2003 beim Gleismeter 47). 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 20.8.2013


Gipsgrube Oberehrendingen, [47m]  
Der BEB Rollwagen X33 war das allerletzte Schienenfahrzeug auf dem Feldbahngleis in Oberehrendingen. Der einstige Einschnitt hinter dem Wagen ist bereits komplett zugeschüttet. Der BEB Wagen hat einen speziellen Bezug zu Oberehrendingen, war doch letztlich die Zerstörung der Feldbahn in der Gipsgrube erst die Triebfeder für einen Neuanfang an komplett anderer Stelle. Dass der Neuanfang mit zwei einfachen Fahrgestellen in Gränichen aber zur Bözenegg-Eriwis Bahn führten, war damals weder vorhersehbar noch vorstellbar, sondern eine Verknüpfung von unglaublichen Zufällen, wie sie nur das reale Leben bereithalten kann. Allerdings gab es auf dem Wege in die neue Zukunft in der Eriwis nach dem Verkauf durch die Ziegelei mit neuen Eigentumsverhältnissen auch einige beinahe Katastrophen, die aber Dank dem neuen, ebenfalls aus dem Naturschutz stammenden, aber für Industriekultur aufgeschlossenen Besitzer alle abgewendet werden konnten. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / l: 10.6.2005 - r: 20.8.2013


Gipsgrube Oberehrendingen, [1m]
Bilder vom selben Standort. Die Buche, der kleine Rastplatz am Gleisende, die Kipplore und die originelle Sitzgelegenheit sind heute komplett verschwunden. Das Geleise ist mittlerweile fast vollständig verschüttet, nur noch an ganz wenigen Stellen und entsprechendem Wissen kann jeweils noch ein kleines Stück Schiene aufgespürt werden. Im Bild rechts, ganz unten etwas rechts der Mitte, ragt noch ein kurzer Schienenabschnitt zwischen den Pflanzen aus dem Boden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.10.2022


Gipsgrube Oberehrendingen
Während die hier agierende "ProNatura" die historische Feldbahn als Technikgerümpel entfernt haben wollte, stört sich dieselbe Organisation keinesfalls über Metallgitter, Plastikkübel und Elektrozäune. Wie immer werden die so betreuten Gelände natürlich mit kostspieligen Tafeln und blumigen Worten verziert. Der knapp sichtbare Elektrozaun im Hintergrund ist auf dem ehemaligen Gleistrassee aufgebaut. Der Zugang zur hier gut sichtbaren Geländeverwerfung ist nicht mehr möglich. Insgesamt nur noch ein verwahrlostes Areal für Ziegen ohne geringsten Bezug zur industriegeschichtlich einst lokal bedeutsamen Vergangenheit.
Glücklicherweise blieb der Tongrube Eriwis nach dem Verkauf durch die Ziegelei so ein Schicksal erspart und die BEB konnte in einem sorgfältig nach den Regeln des Naturschutzes gepflegten Gebiet zur Erinnerung an das einstige industrielle Schaffen da in eine gesicherte museale Zukunft fahren. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.10.2022


Strassenkreisel Ehrendingen
Die in der Gipsgrube nicht mehr erwünschte Kipplore wurde erstmal bei der Gemeinde eingelagert. Aus der vorgesehenen historischen Verwendung wurde im Jahre 2013 schlussendlich ein beklatschtes Spassobjekt für eine Strassenmöbilierung. Die Kreativität hielt sich aber in Grenzen, wurde doch diese Idee bereits im Jahre 2004 in Mechernich (D) von einem anderen Künstler ebenfalls für einen Strassenkreisel entworfen.
Externer Link:  https://www.kunstimkreisverkehr.de/content/content.php?CHK_ID=942   
Wieso die Kipplore, die ihre historisch besondere, genietete Mulde durch eine geschweisste Alibi-Nachbaumulde ersetzt bekam, aus einer hier völlig deplatzierten Schotterwüste in den Himmel steigt, obwohl ein Bezug zum Gipsabbau bzw. auch zur bereits 1902 wieder geschlossenen Zementfabrik hergestellt werden sollte, wissen wohl auch nur die Götter.     

 

 


 

 

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