Standort auf Karte: Bözenegg (BEB Depot):  Verkehrskarte (Bahnen) von openstreetmap.org

Das Depot der Bözenegg-Eriwis Bahn im Wandel der Zeit

 

Originalbild anzeigen BEB

 

Der Wiederaufbau des bis auf das Fundament rückgebaute Depot aus dem Jahre 1968 begann am 24. September mit der Rekonstruktion der Wände mit Kalksandsteinen und endete am 20. November mit einer kleinen Feier. Kalksandsteine waren als Baumaterial für das fensterlose Industriegebäude auch wegen ihrer guten Resistenz gegen Schimmelbildung gewählt worden. Ein Problem dem in Bezug auf die historischen Fahrzeuge und dem da gelagerten Material im ansonst nur knapp über den Gefrierpunkt temperierten Gebäude von Beginn weg grosse Aufmerksamkeit geschenkt wurde. 
Beim ursprünglich zur Wiederverwendung vorgesehenen, nach unten durch Deckplatten abgeschlossenen Dachstock, bei der früheren Lokomotive der Zürcher Ziegeleien zeigte der Auspuff nach oben, sodass beim Start die Holzkonstruktion geschützt werden musste, wurde ein so starker Befall durch Holzwürmer festgestellt, dass aus statischen Gründen ein Ersatz auch der Dachkonstruktion unumgänglich wurde. So mutierte der Bauplatz nach den Maurerarbeiten noch zu einer temporären Schreinerei für die Bearbeitung der unzähligen Balken und Latten. Glücklicherweise war uns in der Zeit das Wetter aber gut gesinnt. Mit dem nach unten gerichteten Auspuff der heutigen BEB Lokomotive konnte der neue Dachstock nun auch von unten offen, mit sichtbaren Balken ausgeführt werden. Dies verhindert zukünftig auch unbemerkten Insektenbefall der Holzträger.
Mitten in der Bauzeit, während das Depot seiner Vollendung zusteuerte, musste leider auf der anderen Seite des kleinen Feldweg-Überganges von der 1935 erstellten Feldbahn-Verladeanlage beim ehemaligen Bahnhof von Schinznach-Dorf Abschied genommen werden. So trafen museale Zukunft und industrielle Vergangenheit unmittelbar aufeinander.
Das kleine Feldbahndepot und heutiger Endbahnhof der BEB ist ein typisches Industriegebäude aus den 60er Jahren welches mit der Hilfe und Unterstützung engagierter Leute (siehe Bildtext) für eine museale Zukunft dauerhaft saniert werden konnte. Mögen sich auch zukünftige Generationen noch daran erfreuen können.

 

 


 

 

Originalbild anzeigen BEB / 24.9.2015


Noch seltene Fahrzeuge in der Bözenegg. Nicht für die BEB aber dafür für die gerade nebenan liegende Grossbaustelle werden Zementlastwagen schon bald für Monate zum gewohnten Bild. Der Grossteil der morgens für den Wiederaufbau des Depots abgeladenen Kalksandsteine wird noch gleichentags verbaut. Die ganzen Maurerarbeiten erledigte die ausführende Firma Dank ausgezeichneter Planung überaus effizient und speditiv.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 24.9.2015


Der zeitaufwändigste Teil war das Setzen der ersten Reihe auf das bestehende Fundament. Alle Toleranzen und Winkelfehler am Fundament mussten da vorausschauend berücksichtigt werden um später möglichst effizient weiterarbeiten zu können. Die Kompensation der leicht unterschiedlichen Höhen der beiden Fundamentseiten und der Versatz zum bestehenden Tankraum-Zwischenboden waren dazu auch noch zu beachten. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 24.9.2015


Wie geplant gab es für die Angleichung zum Zwischenboden des ehemaligen Tankraums auf beiden Fundamentseiten unterschiedlich hohe, speziell zugeschnittene Zwischenreihen. Danach war ein ausnivelliertes Niveau gegeben. Der Weiterbau konnte dann rundherum mit ganzen Kalksandsteinen ausgeführt werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 24.9.2015


Die eingespielte und sehr gut organisierte Mannschaft konnte die Wände danach sehr rasch hochziehen. Kein Handgriff zu viel und alles da wo es gebraucht wird. Die Baustelle hinterliess so stets einen geordneten und professionellen Eindruck.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 24.9.2015


Die beiden Seitenwände erreichten noch am selben Tag schon beinahe ihre endgültige Höhe. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 25.9.2015


Am zweiten Tag hatten die Wände, bis auf die separat zu erstellenden, dreiecksförmigen stirnseitigen Dachabschlüsse bereits ihre endgültige Höhe erreicht. Während der Mörtel nun Aushärten kann, wird für den Abschluss des Eingangstores ein spezieller, armierter Betonbalken (Betonsturz) hergestellt.
Auch während den Bauarbeiten war übrigens das provisorisch am Gerüst befestigte Vogelhäuschen benutzbar. Allerdings zogen die gefiederten Freunde es wohl vor das Geschehen aus Distanz zu beobachten.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 28.9.2015


Der eigens fürs Depot hergestellte, armierte Betonbalken (Türsturz) konnte nach seiner Aushärtung ein paar Tage später eingebaut werden. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 29.9.2015


Auf dem tragenden Türsturz konnte danach das aufwändige Dreiecksmauerwerk zum Dachgiebel fertiggestellt werden.

 

 

 Originalbild anzeigen BEB / 29.9.2015


Noch am selben Abend konnten die Fahrzeuge von ihrem wackligen, nicht sturmfesten Partyzelt-Provisorium zum ersten Mal in ihr neues, bereits von stabilen Wänden umgebenes, Zuhause einziehen. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 1.10.2015


Zum Abschied als Grundstückbesitzer und dem Ende eines mehrjährigen Mietverhältnisses spendierte zzwancor als Nachfolger der Zürcher Ziegeleien als sehr nette Geste die Ziegel für das neu einzudeckende Dach. So wird auch weiterhin ein Bezug zum ehemaligen Ziegeleibetrieb bestehen bleiben. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 5.10.2015


Mitten in der Bauphase und mit Blick auf eine gesicherte Zukunft als kleine Museumsbahn galt es Abschied von der letzten in der Schweiz noch vorhandenen Feldbahn-Verladerampe (Sturzgerüst) zu nehmen. Das bemerkenswerte fast 100m lange viaduktähnliche Bauwerk aus dem Jahre 1935 stand leider dem neu zu bauenden Bözberg-Bahntunnel im Wege. Die Lokomotive ist bereits für die letzte Fahrt auf das Viadukt geschmückt. Lachen und Weinen sind dicht beieinander - eine alte Weisheit.
(Siehe auch die separaten Berichte zur Verladerampe unter Bözenegg-Eriwis Bahn)

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 8.10.2015


Einige der massiven Holzbalken vom neuen Dach sind bereits auf dem Mauerwerk montiert als dem noch provisorisch auf dem Baugerüst abgestützten wurmstichigen Dachstock das letzte Stündchen geschlagen hat. Die alte zusammengenagelte Dachkonstruktion wurde vor Ort schrittweise in handhabbare Stücke zersägt.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 8.10.2015


Von der alten, leichten Bretterkonstruktion des Dachstockes blieb nur noch ein Haufen Brennholz, der ebenfalls umgehend dem regionalen Entsorgungsunternehmen zugeführt wurde. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 10.10.2015


Für den neuen Dachstock wurde das benötigte Holz von einer nahen Sägerei beschafft und erst vor Ort zugeschnitten und weiterverarbeitet. So wandelte sich der Depotvorplatz immer mehr zu einer temporären Schreinerei. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 10.10.2015


Da hat sich kein chinesischer Drache in die Bözenegg verirrt. Im Teamwork wird die schwere, einst das ganze Gebäude schützende Blache vorsichtig herausgetragen um danach auf freier Fläche wieder ordentlich zusammengefaltet zu werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 10.10.2015


Mit etwas Übung und fachlicher Anleitung flutschten die Nägel nur so ins Holz und die ungewohnte Arbeit machte offensichtlich auch noch Spass.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 10.10.2015


Ein Unterdach verhindert selbst im Falle eines gebrochenen Ziegels das Eindringen von Wasser in die darunter liegende Isolation. Ein letzter Kontrollgang bevor die Längslatten für die Befestigung der Ziegel montiert werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 14.10.2015


Während im Hintergrund das Depot für einen Neuanfang in eine gesicherte Zukunft steht, ist die vor Tagen noch letztmalig benutzte Verladerampe zusehends nur noch Schrott. Auf dem Schienenkopf zeugt noch ein Hauch von Glanz von den letzten Fahrten. Für eine provisorische Bachumlegung musste der Bahnübergang zwischen Baustelle und der Rampenstrecke unmittelbar nach der letzten Zugfahrt entfernt werden. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 20.10.2015


Nachdem noch ein paar kleinere Arbeiten am Vordach ausgeführt sind, können auch die letzten Ziegelreihen gelegt werden. Die dazu nötigen Ziegel sind bereits auf dem Dach gestapelt. Stirnseitig kamen speziell abgewinkelte Endziegel zum Einsatz welche den Dachstock zusätzlich schützen und weniger Angriffsmöglichkeiten für Sturmwinde bieten.  

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 20.10.2015


Die Dachunterseite erhielt eine eigene geschlossene Verschalung. Zwischen den Brettern werden gerade noch die Deckleisten montiert. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 29.10.2015


Bestückt mit Regenrinnen ist das Depot im Rohbau nun fertig und wieder abgerüstet. Kommenden Stürmen kann nun wieder sehr ruhig entgegengeschaut werden. Auch die Baustellen-Abschrankung ist gerade zusammengeräumt, die Fundamentsteine warten noch am neuen Gleisende auf den Rücktransport, als von der benachbarten Seite der Tunnelbaustelle ein Bagger für weiteres, unmittelbares "Baustellenfeeling" sorgt. Diese Stelle mit den da verlegten Leitungen und Rohren sollte im Laufe der nächsten Monate noch mehrfach ausgehoben und wieder zugeschüttet werden. Glücklicherweise konnten alle relevanten Materialtransporte zum/vom Depot gerade noch rechtzeitig abgeschlossen werden.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 8.11.2015


Der Endbahnhof der Bözenegg-Eriwis Bahn. Das Depot erhielt auch wieder einen zum alten Depot ähnlichen Anstrich, um das Landschaftsbild insgesamt zu wahren. Einige Details wie ein Prellbock, ein Brunnen, eine Blitzschutzanlage sowie die Begrünung werden noch folgen. Der weitere Werdegang ist auch in den "Jahresrückblicken/Aktuelles" beschrieben.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 11.11.2015


Die erneuerte Elektroinstallation ist auch fertiggestellt und amtlich abgenommen worden. Ein hübsch beleuchtetes Depot in dunkler Nacht.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 15.11.2015


Das Depotinnere mit den Schiebebühnen für die Wagen. Die schwere Werkbank verblieb während der ganzen Sanierung stets an seinem Platz. Der nach hinten nun offene Arbeitsplatz wird noch mit einem Geländer gesichert. Das isolierte Dach wurde von innen mit brandhemmenden Faserzementplatten ausgestattet. Zur Beleuchtung stehen die historischen, mit warmweissen LED Glühbirnen bestückten alten Lampen mit emaillierten Schirmen zur Verfügung oder als Arbeitslicht auch die traditionellen neutralweissen Röhrenlampen. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 15.11.2015


Die Wartebank zieren bereits wieder ein paar Blümchen und am Depot hat auch wieder ein Vogelhäuschen seinen Platz gefunden. Letzteres wird regelmässig von Blaumeisen in Beschlag genommen. Die Weiche stammt von der Verladerampe und durfte zusammen mit etwas Schienen und einem Prellbock zur weiteren Verwendung geborgen werden. So gibt es in Form des damit erstellten Rangiergleises eine schöne Erinnerung an das einst besondere Bauwerk beim heute geschlossenen und abgebrochenen SBB-Bahnhof von Schinznach-Dorf. Hinten rechts vom Personenwagen erkennt man gerade noch das allerletzte Gleisstück der im Abbruch befindlichen, ehemaligen Verladerampe.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 15.11.2015


Das sanierte und nun dauerhaft solide Depot mit den bisherigen Türen und dem SBB Bahnhof im Hintergrund sind wieder ein technisches Ensemble wie eh und je. Während das BEB Depot nun für die museale Zukunft gerüstet ist, wird der alte SBB Bahnhof nach einer kurzen Nutzung als Baubüro jedoch der Zufahrt zum neuen Bözbergtunnel Platz machen müssen.

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 20.11.2015


Die Freude über das gelungene Werk war allseits gross und der Dank kommt von Herzen!

 

 

Originalbild anzeigen BEB

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 28.12.2015


Der Innenausbau konnte nun im soliden Gebäude noch in aller Ruhe zu Ende gebracht werden. Dazu gehörte auch der Einbau des definitiven, feuerverzinkten Grubengerüstes und weiterer Details wie rutschsichere Kanten, ein federnder Wandanschlag und ein korrektes Gleissperrsignal. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 3.1.2016


Schon bald liess sich auch die 4,5t schwere Lokomotive zum ersten Mal auf dem Grubengleis von unten inspizieren. Die nun als Notausgang benutzte Seitentüre zum tiefer liegenden ehemaligen Tankraum muss für Zu- und Weg-Fahrt der Lok mit laufendem Motor stets geöffnet sein. Darüber hinaus wird die tieferliegende Grube mit einem Gaswarngerät stetig überwacht. 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 17.6.2017


Im Anschluss standen leider noch einige aufwändige baurechtliche und juristische Fragen zur Klärung. Um so grösser war die Erleichterung und Freude als alles definitiv und im Sinne der BEB entschieden wurde. Auch ohne viel Publikum ein Freudentag und Grund genug für die Festbeflaggung.

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 17.6.2017


Grund zur Freude 

 

 

Originalbild anzeigen BEB / 22.4.2019


Ein hübsches technisches Kleinod aus einer vergangenen Zeit. Mögen sich auch spätere Generationen noch daran erfreuen können.

 

 


 

 

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