Standort auf Karte: Ziegelei Schumacher: Verkehrskarte (Bahnen) von openstreetmap.org
Update 4.11.2022: Luftbild von 1964
Die Ziegelei in der Zeit der Feldbahn mit 500mm Spurweite (bis 1989)

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Ziegelei Schumacher / 1952 |
Das bis 1961 in Betrieb gestandene Ofenhaus mit der im Obergeschoss gelegenenen Entladestelle für die Kipploren. Die etwas fragile Zufahrtsrampe der Windenbahn ist in Bildmitte zu erkennen.

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Ziegelei Schumacher / 1955 |
Für die Zufahrt in die im Obergeschoss gelegene Entladung kam wie bei den meisten Ziegeleien eine Windenbahn zum Einsatz. Da wurden die beladenen Loren zum Entleeren mit einer Seilwinde hochgezogen um danach wieder über das selbe Gleis mit der Winde nach unten befördert zu werden. Rechts warten bereits drei entladene Loren auf die restlichen, noch in der Entladung befindlichen Kipploren um danach als Zug mit einer Lokomotive wieder zur Grube zu fahren.

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Foto: Comet Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 3.7.1964 |
Die Ziegelei noch mit beiden Ofenhäusern. Das neue heute noch bestehende, 1961 in Betrieb genommene Ofenhaus (links) und das alte Ofenhaus (rechts), welches 1980 neuen Betriebsgebäuden Platz machen musste. Die Entladung geschieht nun viel rationeller direkt ebenerdig in einen unterirdischen Bunker von wo der Lehm mit Förderbänder in den Kollergang (Mahlwerk) hoch transportiert wird.
Die Hauptstrasse führte zu dieser Zeit noch direkt an der Ziegelei Schumacher vorbei. Die Feldbahn mit der damaligen Spurweite von 500mm und einem Ausweichgleis mit abgestellten Kipploren, ist in der Bildmitte oben zu erkennen. Das Gleistrassee mit einer etwas gestreckteren Kurve ist auch nach der 1989 erfolgten Umspurung auf 600mm Spurweite noch dasselbe, allerdings ohne eine Ausweichstelle vor den Fabrikgebäuden.
*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Comet Photo AG
Ausschnitt aus: Com_F64-03266 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild Com_F64-03266) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)

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Foto: Swissair Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 12.6.1981 |
Das alte Ofenhaus ist schon weitgehend einem Bauplatz gewichen. 1981 war das Jahr als die mit Kipploren betriebene Feldbahn in Bedrängnis geriet und es sogar schon Zeitungsmeldungen über das baldige Ende gab. Nun es sollte dann doch ganz anders kommen. 1982 fiel der definitive Entscheid zugunsten einer Modernisierung/Neubau der Bahn mit 600mm Spurweite. Der komplette 3 Monate dauernde Umbau konnte Dank guter Planung 1989, im laufendenen Ziegeleibetrieb, vollzogen werden.
*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG
Ausschnitt aus: LBS_L1-819656 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild LBS_L1-819656) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)

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©swisstopo / BEB / 2026 |
Übersichtsplan der aktuellen und ehemaligen Feldbahnstrecken der Ziegelei Schumacher aus der Zeitperiode (1908) 1931-2026. Die Informationen wurden aus den (massstäblich entzerrten) Luftbildern vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo extrahiert.

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Foto: Swissair Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 16.6.1973 |
Ausschnitt aus einer Swissair Luftaufnahme von der Ziegelei Schumacher mit der Grube Schweissmatt (heute Naturschutz) und der neueren Grube Pfaffwil. Zwischen Ziegelei und den Gruben lässt sich das damals in 50cm Spurweite angelegte Feldbahngleis erkennen. Die beiden Abbaugebiete wurden später mit einem kurzen Feldbahntunnel verbunden und der Einschnitt zugeschüttet. Dadurch entfiel die kleine Brücke über den Einschnitt der Feldbahn für den da kreuzenden Weg.
*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG
Ausschnitt (geschärft) aus: LBS_P1-735409 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH-Bildarchiv Bild LBS_P1-735409) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0)
Fahrzeuge von 1929 bis 1989 auf 500mm Spurweite:
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Diesellok Typ LR, Diema, Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler GmbH, Diepholz (D)
Baujahr 1929 Fabrik-Nr. 479 10PS geliefert via Rubag AG Zürich-Seebach an Ziegelei Schumacher. Dies war die erste Lokomotive für die Ziegelei Schumacher. Damit konnte der Betrieb mit Pferden abgelöst werden. Gemäss Überlieferungen bereitete besonders das Anlassen des Motors bei tiefen Temperaturen grosse Schwierigkeiten und konnte bis zu einer Stunde Zeit in Anspruch nehmen. So hielt man schon bald Ausschau nach einem Ersatz. Die Bilder zeigen eine museal erhaltene LR Lokomotive bei einem Besuch bei der Ziegelei Lage (D).
Bilder: Jens Merte
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Diesellok Typ MLH514 F, Deutz, Motorenfabrik Deutz AG, Köln (D)
Baujahr 1933 Fabrik-Nr. 11010 geliefert via Robert Aebi & Cie, Zürich an Ziegelei Schumacher. Die vorallem für Grubenbahnen ausgelegte Lokomotive mit ihrem gleichnamigen Motor MLH514 F vom bekannten Motorenbauer Deutz bewährte sich sehr gut und blieb bis 1953 im Einsatz. Danach verschrottet. 1936 wurde eine baugleiche Lokomotive an die damals in der selben Gemeinde liegenden Ziegelei Ineichen geliefert.
Bilder: Ziegelei Schumacher
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Akkulok (Umbau), Stadler, damals Elektro-Werkstätte Ernst Stadler, Zürich 2
Die wenig überzeugende Diesellok LR von Diema (links) wurde nach Ankunft der Lok von Deutz abgestellt und in der Zeit von Treibstoffmangel 1943 an die Elektro-Werkstätte von Ernst Stadler zum Umbau auf Akku-Betrieb übergeben (mitte). Wie im direkten Vergleich mit Bildern der LR Lok (links) von Diema sichtbar, blieb das Untergestell mit den typisch trapezförmigen Frontblechen erhalten. Für den Umbau wurde am 11.10.1943 eine Rechnung über 8948.40 Franken ausgestellt. Dies wurde zur ersten durch Stadler (um-)gebaute Lokomotive. Auch als Akku-Lokomotive konnte sie beim damaligen Stand der Akkumulatoren-Technik aber vor allem bei tiefen Temperaturen nicht überzeugen und wurde, nachdem Treibstoffe wieder gut erhältlich waren, 1946 verschrottet.
Bild links: Jens Merte, Bild mitte: Ziegelei Schumacher
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Diesellok Typ CDL15 Schöma, Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH, Diepholz (D)
CDL (Cardan-Diesel-Lokomotive) Fabr.Nr. 1499 Bj.1953, Motor Deutz F1L 14670336, 15PS, 2.8t
Die nur mit Handkurbel anlassbare Lokomotive wurde 1953 fabrikneu an die Ziegelei Schumacher geliefert. Die Lok besitzt ein 2-Gang Getriebe mit Lamellenkupplungen. Mit einem abnehmbaren, sehr gedungenen Führerhausdach bis Ende der 70er Jahre im Einsatz. 2016 durch Ueli Wenger als Lok mit offenem Führerstand revidiert und auf 600mm umgespurt (rechts). Es ist heute die älteste, ausschliesslich bei der Ziegelei Schumacher eingesetzte, museal erhaltene Lokomotive (ZSK 22).
Bild links/mitte: Ziegelei Schumacher, Bild rechts: BEB
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Diesellok Typ CDL20 Schöma, Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH, Diepholz (D)
CDL (Cardan-Diesel-Lokomotive) Fabr.Nr. 2683 Bj.1963, Motor Deutz F2L712 Nr.3467911/12, 20-22PS, 3t.
Die Lokomotive wurde von der Ziegelei Schumacher fabrikneu via dem Importeur H.F.Würgler, Zürich gekauft. Dies war die erste Lokomotive mit elektrischer Ausrüstung für Licht und Anlasser. Leider ist der Verbleib der Lokomotive unbekannt, wurde sie nicht wie sonst üblich nach der Ausserbetriebsetzung in den 80er Jahren eingelagert. Möglicherweise aber eingetauscht gegen die gleichaltrige Diema DS20 mit grösserem Motorvorbau (siehe folgende Bilder).
Achtung! durch einen Zufall besass die Schöma Lokomotive CDL20 eine ähnliche Fabriknummer 2683 wie die in den 80er Jahren gebraucht gekaufte und heute museal erhaltene DS20 2638 von Diema
Bilder: Ziegelei Schumacher/F.Marti
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Diesellok Typ DS20 Diema, Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler GmbH, Diepholz (D)
Bj.1963 Fabrik-Nr. 2638, 22PS, 3.3t, luftgekühlter 2-Zyl. Motor Deutz.
Die Lokomotive wurde (wie die BEB-Lok Diema 2054) an die Flemmingsche Ziegelwerke, Hannover für die Grube in Altwarmbüchen/Isernhagen ausgeliefert. Die Lokomotive besass da ursprünglich einen offenen Führerstand (links). Nach Grubenschliessung 1978 zurück an Diema und revidiert am 7.1979 an Ziegelei Schumacher verkauft. Da bekam die Lok ein geschlossenes Führerhaus (mitte). Bereits 1989 auf 600mm umgespurt, danach als Reservelok und für Besucherzüge vorgehalten (rechts). Der grosse Motorraum erlaubte den Einbau einer Hydraulikpumpe auch zum Betrieb mit den S.P.Y. Kastenkippwagen. Bis zum Bau vom Museumsdepot 2013 meist in der Grube abgestellt, wurde die Lok 2010 durch Ueli Wenger für das 150jährige Firmenjubiläum revidiert und mit einem Neuanstrich versehen. Heute museal erhalten (ZSK 16)
Bild links: H.Moch (Filmausschnitt), Bild mitte: Heinz Bircher, Bild rechts: BEB
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Diesellok Typ CHL20G Schöma, Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH, Diepholz (D)
Bj.1981 Fabrik.Nr. 4451, 30.5PS, 3.5t, stufenlos regelbares hydrostatisches Getriebe, 2-Zyl. Motor Deutz F2L912 Nr.6232261.
Die Lokomotive kam fabrikneu zur Ziegelei Schumacher. Es war die Letzte für den 500mm Spur Betrieb beschaffte Lokomotive. Mit dieser Lok erfolgte der Rückbau der 500mm spurigen Gleisanlage. Die Lokomotive besitzt ein abnehmbares Führerhaus. (siehe auch Teil 2, 2a). 2014/2015 wurde die seit 1989 (Umspurung) abgestellte Maschine auf 600mm Spur umgespurt. Die betriebsfähige Aufarbeitung bei der Ziegelei Schumacher erfolgte durch Ueli Wenger. Die Lok ist museal erhalten (ZSK 10).
Bild links/mitte: Heinz Bircher, Bild rechts: BEB
Rangierlokomotiven:
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Diesellok Typ B12 Brun (Brun & Cie AG, Nebikon / Kt. Luzern, CH)
Bj.1946 Brun Maschinen-Nr. 41, Motor Junkers 1 HK 65, 12PS, 3t
Die Lokomotive wurde in den 80er Jahren zum Rangieren gebraucht erworben. Möglicherweise ex. Celluosefabrik Attisholz. Nie umgespurt blieb die Lok mit 500mm Spurweite abgestellt. Im Museum gab es bereits die auf 600mm umgespurte Brun-Lok 36 ex.Frutiger (siehe Teil 3). Anlässlich dem 150Jahre Jubiläum des befreundeten Familienunternehmen KellererZMK in Oberweikertshofen (D) im Jahr 2018 optisch aufgearbeitet als Geschenk von der Ziegelei Schumacher überreicht. Die Lok ist heute zusammen mit 2 Kipploren als Denkmal da vor dem Verwaltungsgebäude aufgestellt.
Bild links: Ziegelei Schumacher/B.Bieri, mitte: Ueli Wenger, rechts: Ziegelei Schumacher
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Kröhnke Lorenknecht (Rudolf Kröhnke, Maschinenfabrik KG, Buxtehude)
Lorenknecht LK2 Typ MAH711, Lieferung 265 an Max Hohl Stuttgart, Fahrgestell-Nr. 298, Motor Deutz MAH711 Bj.1957, 6PS, 1500U/min, 730kg
Die Kleindraisine Lorenknecht 298 wurde in den 80er Jahren zum Rangieren und für Sonderfahrten gebraucht erworben.
Im Jahr 2012 konnte der Lorenknecht gegen die RACO-Lok ZSK 11 eingetauscht werden und befindet sich heute auf 600mm umgespurt bei der Feldbahn Muntlix in Vorarlberg/Österreich. In Körbligen museal erhalten ist der Lorenknecht 300/1 (301). Siehe Teil 3.
Bild: links: Ziegelei Schumacher/B.Bieri, Bild mitte: Dieter Resinger
Bilder ab (1929) 1943

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Lars Ridder / 9.2002 |
Eine Diesellok von Diema Typ LR, Baujahr 1929 Fabrik-Nr. 479 10PS wurde via Rubag AG Zürich-Seebach an die Ziegelei Schumacher geliefert. Diese erste Diesellok löste 1929 den seit 1908 existierende Betrieb mit Pferden ab. Da leider kein Bild aus der Zeit erhalten blieb, ein Foto der museal erhaltenen, in Privatbesitz befindlichen baugleichen Lok 424 Bj.1928 anlässlich eines Besuchs bei der Museumsziegelei in Lage (D). Da gemäss zeitgenössischen Berichten besonders das Anlassen bei tiefen Temperaturen schwierig und zeitintensiv werden konnte (bis zu einer Stunde) beschaffte man sich bereits 1933 einen Ersatz von Deutz.

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Ziegelei Schumacher / 1943 |
Die 1933 vom bekannten Motorenbauer Deutz beschaffte, vorallem für Grubenbahnen ausgelegte Lokomotive mit ihrem gleichnamigen Motor MLH514 F bewährte sich sehr gut und blieb bis 1953 im Einsatz. Diesellok Typ MLH514 F, Fabrik-Nr. 11010 geliefert via Robert Aebi & Cie, Zürich an Ziegelei Schumacher. Danach verschrottet. 1936 erwarb die damals in der selben Gemeinde liegende Ziegelei Ineichen eine baugleiche Lokomotive.

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Ziegelei Schumacher / 1943 |
Die glücklose Diema LR Diesellokomotive wurde wohl zur historisch interessantesten Lokomotive die je auf den Gleisen der Feldbahn fuhr. 1943 übergab die Ziegelei die Diesellok an die damals noch unbekannte Elektro-Werkstätte von Ernst Stadler in Zürich-Wollishofen zum Umbau auf Akku-Betrieb. Niemand konnte damals wissen, dass dies zur ersten (um-)gebauten Lokomotive der heute weltweit tätigen Firma Stadler wurde. Wie aus dem erhaltenen Schriftverkehr hervorgeht, bedankte sich Ernst Stadler speziell für die Möglichkeit diesen Umbau ausführen zu dürfen. Es wurde zum Türöffner für weitere Aufträge auf dem Gebiet von Schienenfahrzeugen. Leider war die Technik von Akkumulatoren aber selbst noch in den Kinderschuhen und so konnte (wiederum bei tiefen Temperaturen) die Leistung und die langen Ladezeiten nicht überzeugen. In Unwissenheit der Bedeutung für eine spätere Weltfirma wurde die Lok 1946, nachdem Treibstoffe wieder gut erhältlich waren, leider verschrottet. Für die Ziegelei bedeutsam ist jedoch das Bild selbst, zeigen sie doch auf der letzten Kipplore die beiden Söhne der Familie Schumacher, welche das Geschick der Firma (und der Feldbahn) noch wesentlich beeinflussen werden.

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Ziegelei Schumacher / 1943 |
Bremsberg Talstation in der Schweissmatt. Die in Hanglage aufgeschlossenen Abbaugebiete wurden mit Bremsberganlagen (Schwergewichts-Standseilbahnen) mit der Feldbahnstrecke zur Ziegelei angebunden. Das Verbindungsseil zum auf dem Parallelgleis fahrenden Seilbahnwagen wie auch eine Seilrolle im Gleis der Standseilbahn ist in Bildmitte unten gut zu erkennen. Die keilförmigen Wagen der Standseilbahn konnten jeweils 2 Kipploren transportieren. So bestanden die Feldbahnzüge meist aus einer geraden Anzahl Kipploren. Die bescheidene Leistung der Stadler-Akkulok reichte nur für Züge mit vier beladenen Kipploren. Auf dem Bild werden an der da mit zwei Kipploren wartenden Stadler-Lok noch zwei weitere, gerade über den Bremsberg zu Tale beförderte Kipploren angehängt um den Zug für die Fahrt zur Ziegelei zu komplettieren.

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Ziegelei Schumacher / 1943 |
In der Schweissmatt gab es zwei Bremsberge/Standseilbahnanlagen. Eine kurze und kurzlebige Anlage um/bis in die 30er Jahre und eine längere bis in die 50er Jahre betriebene Anlage. Letztere führte ursprünglich mit einer Holzbrücke über einen abgebauten Grubenteil in die oberhalb neu aufgeschlossenen Abbaugebiete. Auf dem keilförmigen Wagen der Standseilbahn wartet an der Bergstation eine beladene Kipplore auf die zweite Kipplore um danach gemeinsam zu Tale befördert zu werden. Die mit der Brücke überquerte Vertiefung wurde später mit Abraum zugeschüttet und die Brücke obsolet. Im oberen Abbaugebiet wurden die Kipploren ausschliesslich manuell zur Bergstation der Standseilbahn verschoben.

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Ziegelei Schumacher / 1952 |
Das mit dem Bremsberg erschlossene Abbaugebiet. An der Bergstation wartet der mit zwei beladenen Kipploren bestückte Seilbahnwagen auf seine Talfahrt. Das Gewicht des Ladegutes wird auf dem Parallelgleis den Seilbahnwagen mit zwei leeren Kipploren hochziehen. Die Zufahrt zur Bergstation geschah über eine kleine Drehscheibe, gerade gross genug für eine Kipplore. Dies war auch der Sicherheit förderlich, konnten so keine Kipploren alleine aus dem leicht erhöhten Abbaugebiet versehentlich mit Schwung auf die Seilbahnwagen fahren und da abstürzen. Links im Bild ist aber bereits ein direkt mit der Feldbahn erreichbares Abbaugebiet auszumachen. Die bald (1953) eintreffende 15PS starke neue Diesellok von Schöma wird die Deutz-Lok von 1933 verdrängen und auch längere Züge oder grössere Steigungen ermöglichen. Der aufwändige Betrieb der Standseilbahn/Bremsberg endet damit in den 50er Jahren.
Vorbemerkung zu folgenden Bilderserie vom Juli 1981.
Die Bilder konnte ich mit meiner ersten eigenen sehr einfachen "klick-o-mat" Kamera aufnehmen. Der Fotoapparat hiess tatsächlich so. Die damaligen Papierabzüge wurden von den Negativen nur quadratisch, unter Verlust eines grossen Teils der Bildfläche, ausgeliefert. Alle Negative sind nun im tatsächlichen Negativformat neu gescannt. Die eingeschränkte Bildqualität hier im Teil2 möge man aber bitte entschuldigen, der Fotoapparat besass nur gerade zwei Einstellungen für Sonne oder Wolken.
Diesellok Typ CHL20G Schöma, Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH, Diepholz (D), Bj.1981 Fabrik.Nr. 4451, 30.5PS, 3.5t, stufenlos regelbares hydrostatisches Getriebe, 2-Zyl. Motor Deutz F2L 812.
Die Lokomotive wurde von der Ziegelei Schumacher fabrikneu gekauft. Es war die Letzte für den 50cm Spur Betrieb beschaffte Lokomotive. Die Lokomotive wurde mit einem abnehmbaren Führerhaus für den Schlechtwetter Einsatz geliefert. (siehe dazu auch Teil2). Die Lok wurde 1989 noch auf 60cm umgespurt und ist heute wie fast alle Loks der Ziegelei Schumacher museal erhalten.
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BEB / 7.1981 |
Einfahrt Ziegelei in Körbligen. Blick zum Chörbligerwald und im Hintergrund die Lehmgrube Pfaffwil, dem Endpunkt der ca. 1,3km langen Feldbahn.
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BEB / 7.1981 |
Ziegelei Schumacher, Körbligen. Zusammen mit der Lokomotive wurden offensichtlich in dem Jahre auch noch ein paar Kipploren fabrikneu beschafft.
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BEB / 7.1981 |
Zwischen Ziegelei und Chörbligerwald. Richtung Grube wurde der aus 12 Kipploren bestehende Zug gestossen. Bis zum Bahnübergang Schweissmatt bei Pfaffwil verläuft die Strecke eben und steigt danach stetig leicht an bis zur Grube Pfaffwil. Der Feldbahnzug wurde ausschliesslich mit der Lok gebremst.
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BEB / 7.1981 |
Ein kurzer Halt vom freundlichen Lokführer beim vorherigen Bild und auch eine Mitfahrt zur Grube war möglich. Damals war der Streckenabschnitt durch den Chörbligerwald noch ausschliesslich der Feldbahn vorbehalten. Heute verläuft das Geleise hier neben einem Waldweg, welcher den Gleisunterhalt vereinfacht.
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BEB / 7.1981 |
Nach dem Chörbligerwald Richtung Grube (Streckenpunkt 610m). Im Hintergrund der lehmhaltige Hügelzug der Schweissmatt.
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BEB / 7.1981 |
Das erste Abbaugebiet in der Schweissmatt wird durchfahren und mit einem kurzen Tunnel mit der neuen Grube Pfaffwil verbunden. Ab 2015 wird die Erhebung mit dem Tunnel abgetragen und hier der neue Verladeplatz zur Feldbahn eingerichtet. Der Zug befindet sich exakt am heutigen Gleisende.
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BEB / 7.1981 |
Durch den im Tagbau erstellten Tunnel wird der Verladeplatz in der Grube Paffwil erreicht. Eine enge Kurve erlaubte da keine Sicht aufs Geleise. Allerdings war dies ja auch Betriebsgelände.
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BEB / 7.1981 |
Für den Transport standen damals Kipplorenzüge à 12 (später auch 13) Wagen im Einsatz. Die Lok hat gerade den leeren Zug auf dem rechten Geleise gebracht und rangiert sich nun vor den in der Zwischenzeit beladenen Zug auf dem linken Geleise.
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BEB / 7.1981 |
Ohne Pause beginnt die Lok mit dem beladenen Zug wieder die Rückfahrt zur Ziegelei
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BEB / 7.1981 |
Während der Zug nun auf der Fahrt zur Ziegelei ist, beginnt die Beladung des hier abgestellten, leeren Zuges. Nur die letzte Kipplore besass eine Handbremse zur Sicherung des abgestellten Zuges. Betrieblich wurde der Zug ausschliesslich mit der Lok gebremst.
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BEB / 7.1981 |
Zwischenzeitlich wurde der beladene Zug in Körbligen entleert und hat als Leerzug sein Ziel in der Grube Pfaffwil beinahe wieder erreicht. Hier durchquert der Zug gerade das ehemalige Abbaugebiet in der Schweissmatt wo es immer noch zwei kurze, nebeneinander liegende Abstellgeleise gab. In der Nähe befindet sich heute auch ein für ehemalige Lehmgruben typisches Biotop. Seit 2015 endet hier durch den verlegten Verladeplatz der erweiterten Grube Pfaffwil allerdings auch das Hauptgeleise.
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BEB / 7.1981 |
Ein Blick von oben auf den in den Tunnel einfahrenden Zug.
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BEB / 7.1981 |
Fast schon einem Bergwerk ähnlich verlässt kurze Zeit später der beladene Zug durch eine urchige Grubenlandschaft wieder Pfaffwil.
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BEB / 7.1981 |
Bei den Abstellgleisen in der Schweissmatt und dem Verlassen des Abbaugebietes der Ziegelei.
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BEB / 7.1981 |
Auf gestossener Bergfahrt in der Kurve vor der Schweissmatt/Lätte (ca. bei Streckenmeter 900). Rechts im Hintergrund der Chörbligerwald.
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BEB / 7.1981 |
Entlang einem kleinen Rinnsal wird nach der Kurve bei Streckenmeter 900 die im Hintergrund bereits sichtbare ehemalige Grube Schweissmatt erreicht. Leerzug auf gestossener Bergfahrt.
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BEB / 7.1981 |
Ein beladener Zug auf Talfahrt kurz vor dem damals noch ungesicherten Bahnübergang bei Pfaffwil/Schweissmatt. (Streckenmeter 730)
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BEB / 7.1981 |
Der beladene Zug von Pfaffwil kurz vor dem Eintauchen in den Chörbligerwald. (ca. Streckenmeter 490)
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BEB / 7.1981 |
Die selbe Stelle bei der Vorbeifahrt des Zuges mit Blick in den Chörbligerwald. (ca. Streckenmeter 490)
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BEB / 7.1981 |
Damals noch exklusiv für die Feldbahn wird der Chörbligerwald durchquert. Der von der im Hintergrund noch knapp sichtbaren Ziegelei losgefahrene gestossene Leerzug. (ca. Streckenmeter 350)
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BEB / 7.1981 |
Der Zug ist da nicht vorbeigefahren. Ein Halt mitten im Wald und meine erste Instruktion in der Bedienung einer Feldbahnlok hat begonnen ;-) Auch nach vier Jahrzehnten ein bleibendes Erlebnis und einen grossen Dank an den freundlichen Lokführer.
Dass es 25 Jahre später mit einer eigenen Lokomotive da noch mal einen Fototermin geben sollte, konnte wirklich niemand erahnen und gehört wohl zu den vielen unglaublichen Zufällen, welche nur das reale Leben so bereithalten kann (siehe auch unter: BEB Berichte - Lebenslauf BEB Tm2/2 1). Sicher wurde aber genau hier wohl die Freude und das Interesse für die kleinen Bahnen weiter nachhaltig geprägt - ein grosses Dankeschön!
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BEB / 7.1981 |
Erinnerungen an meine ersten Feldbahn-Instruktionen im Chörbligerwald.
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BEB / 7.1981 |
Ankunft mit dem Leerzug an der Verladestelle in der Grube Pfaffwil.
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BEB / 7.1981 |
Verladestelle Grube Pfaffwil. Ausser etwas abwaschbaren Betriebsspuren die noch fabrikneue Lokomotive Schöma CHL20G
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BEB / 7.1981 |
Über die noch im Tunnel liegende Weiche rangiert die Lok vor den in der Zwischenzeit beladenen Zug zur Rückfahrt zur Ziegelei in Körbligen.
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BEB / 7.1981 |
Verladestelle Grube Pfaffwil. Diesellokomotive Typ CHL20G Schöma, 22PS mit luftgekühltem Motor von Deutz F2L 812.
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Verladestelle Grube Pfaffwil. Diesellokomotive Typ CHL20G Schöma, 22PS mit luftgekühltem Motor von Deutz F2L 812.
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BEB / 7.1981 |
Verladestelle Grube Pfaffwil.
Die Zugstämme aus je 12 Kipploren besassen am Ende eine gebremste Kipplore. Diese dienten jedoch nur zur Sicherung der abgestellten Wagengruppen. Betrieblich wurden die Züge nur mit der Lokomotive gebremst.
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BEB / 7.1981 |
Der kurze Tunnel welcher die neuere Lehm-/Tongrube Pfaffwil mit dem früheren nun noch durchfahrenen Grubenteil Schweissmatt verband. 2015 wurde im Rahmen einer Erweiterung/Neuorganisation des Abbaugebietes der gesamte trennende Zwischenausläufer mit dem Tunnel abgetragen und eine neue Verladestelle in der Schweissmatt errichtet. Dadurch wurde die Feldbahnstrecke um ca. 150m verkürzt. Dieser Verlust wurde jedoch mit der neuen Zweigstrecke zum firmeneigenen Feldbahnmuseum mehr als kompensiert.
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BEB / 7.1981 |
Verladestelle Grube Pfaffwil.
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BEB / 7.1981 |
Verladestelle Grube Pfaffwil. Ungebremste Kipplore der Einheitsbauart. Nach der Umspurung und Umstellung auf moderne voluminöse Kastenkipper im Jahre 1989 war auch in Körbligen das Zeitalter der klassischen Kipploren vorbei. Im Gegensatz zu einigen Lokomotiven lohnt sich eine Umspurung/Umbau von Kipploren auf eine breitere Spur üblicherweise nicht. Da jedoch die zuletzt beschafften Kipploren bereits Rahmen für die 60cm Spur besassen, konnten für Museumszwecke an 6 Kipploren die Radsätze angepasst werden.
weiter zu Teil 2: Körbligen - Feldbahn Ziegelei Schumacher Spurweite 50cm - Teil 2
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