Standort auf Karte: Bözenegg (BEB Depot):  Verkehrskarte (Bahnen) von openstreetmap.org

Update 4.4.2022:  Luftbild von 1992

Der ZZ-Ziegeleibetrieb ab 1984 bis zur Stilllegung im Jahr 2000 und die Jahre danach.

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 11.10.1984


Beladestelle am Rande der Grube Eriwis. Der von der tieferliegenden Grube üblicherweise jährlich abgebaute Opalinuston wurde aus Fertigungsgründen (Homogenisierung der Tonmasse) zuerst auf einem Haufen (Tondepot) zwischengelagert. Von da erfolgte dann die bedarfsgerechte Verladung und Abtransport mit der Grubenbahn zum SBB Bahnhof. Gut sichtbar ist der zu dieser Zeit noch vorhandene massive Prellbock am Ende der Gefällstrecke. Nachdem entlaufene Wagen (die Kasten-Kippwagen waren ungebremst) entsprechend hart zum Stillstand kamen, wurde der betonierte Prellbock mit einem grossen, noch heute vorhandenen Erdhügel überdeckt. Damit könnten Fahrzeuge im schlimmsten Fall relativ sanft und ohne grössere Schäden zum Stillstand gebracht werden. Glücklicherweise kam diese Art des Abbremsens aber nie mehr zum Einsatz.  

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 11.10.1984


Der mit Opalinuston beladene Zug der Zürcher Ziegeleien hat gerade die Steigung von der Grube Eriwis erklommen und kann nun auf fast horizontaler Strecke zur Bözenegg bzw. dem SBB Bahnhof von Schinznach-Dorf fahren. Die Diema Lokomotive vom Typ DS90 (90PS) hat noch den ursprünglichen, wenn auch im Moment der Aufnahme etwas ramponierten signalorangen Anstrich. Auch den später aufgesetzten Blechen an den Mühlhäuser Kippwagen fehlte noch gänzlich ein Anstrich. Die vorne an der Lok sichtbaren Schläuche mit der Handpumpe waren Teil der nachträglich eingebauten Wasserschmierung zur Reduktion des Kurvenquietschens bei der Einfahrt über die noch stets enge Kurve zur Verladerampe. Mit dem Schlauch wurde Wasser in den im kleinen Vorbau eingebauten Tank für die Gleisschmierung gepumpt. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Kautzor / 1987


Nach der Modernisierung der Grubenbahn 1968 verblieben noch 4 Fahrzeuge aus früherer Zeit als Dienstfahrzeuge übrig. Die beiden Loren wurden auf dem Rest des Übergabegleises zum ehemaligen Bremsberg abgestellt. Die hintere ist eine umgebaute Kipplore mit fest geschweisstem Trichter (Sandstreulore) und die vordere eine reguläre Kipplore wie auch auf dem Bremsberg eingesetzt. Ein nochmaliger Einsatz dieser Wagen ist jedoch nicht bekannt. Im Zusammenhang mit der Stilllegung der Grube und der damit verbundenen Aufräumaktion wurden die Wagen verschrottet.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Kautzor / 1987


Ebenfalls zu den Dienstwagen gehörten noch 2 Flachwagen. Dieser hier basiert auf einem Lorenuntergestell. Die Flachwagen blieben meist im Bereich der Bözenegg und wurden noch für Transporte des Nachfüll-Wassertanks zwischen Depot und der Verladerampe verwendet. Die beiden Flachwagen wurden auf dem kurzen Abstellgeleise auf der Verladerampe abgestellt, der Kleinere hier abgebildete auch ausgegleist neben dem Depot.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 27.6.1991


Auch wenn es letztlich nicht besonders in der Öffentlichkeit stehende Betriebsmittel waren, hinterliess der Zug Mitte der 80er Jahre keinen sich für eine professionell arbeitende Firma gehörenden Eindruck mehr. So erhielt der ganze Zug eine längst fällige Überholung. Dabei kamen auch die Kippwagen mit den zusätzlichen Schutzblechen in den Genuss von etwas Farbe. Die Lokomotive erhielt dabei eine sehr gründliche Reinigung.
Am Gleisende ist der nun mit Aushubmaterial überdeckte Beton-Prellbock zu sehen. Links davon der noch heute vorhandene torlose Schopf als Unterstand für den da anwesenden Frontlader der Ziegelei.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Swissair Photo AG *) / CC BY-SA 4.0 / 24.04.1992


Der Grubenbetrieb der Zürcher Ziegeleien wie er in den letzten Jahren stattgefunden hat. Der üblicherweise einmal jährlich in der Grube abgebaute graue Opalinuston wurde auf einem riesigen Haufen, dem sogennanten Tondepot, neben dem Feldbahngleis für ein Jahr zwischengelagert. Der Weitertransport mit der Feldbahn zum Verlad auf die SBB-Züge für den Versand zur Ziegelei (Tuggen) erfolgte bedarfsgerecht übers Jahr verteilt. Auf dem Bild lässt sich gerade noch der Feldbahnzug mit seinen drei grossen Kastenwagen am Gleisende in der Grube Eriwis neben der Scheune für den Pneulader erkennen. Die Lokomotive war stets bergwärts Richtung Bözenegg eingereiht. Der Pneulader ist unweit daneben als weisser Punkt sichtbar. Beim Bahnhof von Schinznach-Dorf befindet sich ein Güterzug auf der Fahrt Richtung Frick-Basel. Eisenbahnen fahren historisch bedingt normalerweise links. Auf dem Abstellgleis neben der Verladerampe sind die offenen Güterwagen für den Tontransport sichtbar. Durch eine von der Feldbahnlok verschiebbare Rutsche auf der Verladerampe benötigte der SBB Bahnhof zum Verlad keine Rangierlok. Der mit Opalinuston beladene Güterzug wurde jeweils direkt von einer Streckenlokomotive abgeholt.     

*)
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG / Ausschnitt aus Bild LBS_R1-920123 / CC BY-SA 4.0
(Externer Link: ETH Bildarchiv Bild LBS_R1-920123) / (Externer Link: CC BY-SA 4.0) 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 18.6.1993


Die nicht ganz ungefährliche Verladung ab Tondepot, Transport mit der Grubenbahn und Entladung in die SBB-Wagen wurde in den letzten Jahren alleine durch einen Mitarbeiter erledigt. Dazu war das Wetter nicht immer so schön und trocken wie auf dem Bild. Besonders bei feuchten klebrigem und schmierigen Ton war grosse Vorsicht geboten. Die da eingesetzten sehr wendigen Radlader wurden mehrfach ausgetauscht und hatten verschiedene Hersteller. Das Zwischenlager von abgebautem Ton (Tondepot) konnte zwischendurch sehr grosse Ausmasse erreichen und die hier sichtbare ebene Fläche als mehrere Meter grossen Hügel völlig überdecken.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Brüstle / 6.1993


Anfangs der 90er Jahre begannen die SBB Lokomotiven ihr Farbkleid vom traditionellen Grün auf Rot zu wechseln. So bekam auch die ZZ-Lokomotive dem Zeitgeist entsprechend einen neuen Anstrich in Rot. Dies war der einzige Neuanstrich der Lok im Dienste der Zürcher Ziegeleien. Allerdings musste die neue Lackierung mit Grundierung während dem laufenden Betrieb durch den Lokführer gleich selbst erledigt werden. So fuhr die Lok für einige Zeit auch mit zweifarbigem Anstrich bzw. Grundierung herum. Auf dem Bild ist der alte, einst signalorange Deckanstrich bereits angeschliffen und wartet auf den Auftrag der ebenfalls roten Grundierung. Für diese Arbeiten wurden alle Türen und die Fenster entfernt.

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Brüstle / 6.1993


Wenn das Bild auch etwas unscharf geraten, zeigt die Aufnahme doch die seltene Situation mit dem üblicherweise auf dem Sturzgerüst abgestellten Wasserwagen neben dem Depot. Mit dem Dienstwagen wurde jeweils der Wassertank in der Lokomotive zur Kurvenschmierung aufgefüllt. Damit konnten besonders in der engen Kurve zu Beginn der Rampenstrecke die je nach Wetterlage teilweise weitherum hörbaren Quitschgeräusche eliminiert werden. Der heftige Regenguss brachte damals nicht nur die Drainagen zum Überlaufen, sondern stoppte auch die Arbeiten zum Umlackieren der Lokomotive. 

 

 

 Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 18.6.1993


Die Lokomotive DS90 der Zürcher Ziegeleien (ZZ) wechselte einmal in ihrem Einsatz sichtbar ihr Farbkleid. Auslöser war wie berichtet die in der Zeit gerade anrollende "Errötung" der einst grünen SBB-Lokomotiven. 
Dieser Farbwechsel musste, da nur eine Lok vorhanden, während dem laufenden Betrieb geschehen und wurde durch den einzigen Angestellten und Lokomotivführer gleich selbst erledigt. Dies führte an einigen wenigen Tagen zum Betrieb mit einer vorne und hinten unterschiedlich farbigen Lok. (vorne rot Grundierung - hinten alter oranger Anstrich). Aus demselben Grunde fehlen auch die Lüftungsgitter und alle Seitentüren an den Vorbauten. Wie auf späteren Bildern sichtbar wurde ein im Gegensatz zu den SBB-Lokomotiven dunkleres und auch eleganteres Rot ausgewählt. Die heute bei der Schinznacher Baumschulbahn befindliche Lok trägt noch stets diesen gut applizierten Anstrich. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 18.6.1993


Der mit Opalinston beladene Zug überfährt gerade die in ablenkender Stellung stehende Weiche zur Verladerampe. Die Weichen hatten einen nahe dem Gleis befestigten, speziell tiefliegenden Stellmechanismus mit einem Stahlklotz als Gewicht zum zuverlässigen Andrücken der Weichenzungen. (Rechts neben den Kippwagen am Gleis unten sichtbar). Interessanterweise gab es aber keine Weichensignale, obwohl beim gestossenen Betrieb das Erkennen der Lage der Weichenzungen kaum möglich war. Es kam so fast wie es kommen musste und nach etwas Lehrgeld erhielten alle Weichen wenigstens abschliessbare Stellungen. Besonders an der Aufnahme ist die zu der Zeit revisionsbedingt zweifarbig im Einsatz stehende Lokomotive.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 18.6.1993


Die kurzzeitig zweifarbige und etwas nackt im Einsatz stehende Lok mit ihrem Zug beim Depot in der Bözenegg.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Brüstle / 7.1993


Noch ohne eingesetzte Fenster aber ansonsten schon komplett zeigt sich da die neu lackierte Lokomotive dem für seine gelungene Arbeit wohl stolzen Lokomotivführer. Der Anstrich mit der Grundierung wurde sehr solide ausgeführt, besitzt die heute bei der Schinznacher Baumschulbahn beheimatete Lok doch noch stets dieses 1993 angebrachte Farbkleid.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Brüstle / 7.1993


Zum ersten mal in Rot an der frischen Luft zum Fototermin. An der Rückseite des Führerstandes wurden die Fenster für den Neuanstrich nicht demontiert sondern zusammen mit den umfassenden Gummiprofilen aufwändig abgedeckt. Die Lackschichten wurden mit dem im Depot vorhandenen Luftkompressor gespritzt.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Ulrich Völz / 30.8.1994


Nun in leuchtendem rot wartet die Diema DS90 mit ihrem Zug der Zürcher Ziegeleien am Rande des Abbaugebietes der Grube Eriwis. Im Hintergrund der Schopf für den Radlader. Sowohl der Unterstand wie auch das Geleise sind heute noch so vorhanden, allerdings befindet sich das Geleise und die Endhaltestelle mittlerweile inmitten eines Bandes aus hier typischen Weiden und Erlen.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Hans-Peter Gladtfeld / 30.8.1994


1994 war das Tondepot gut gefüllt und reichte runter bis zum Gleisende. Die nun im hübschen, dunkelroten Farbkleid gehaltene Diema DS90 Lokomotive mit ihren 3 gelben Mühlhäuser Wagen wird das Bild der Grubenbahn so nun bis zur Stilllegung im Jahre 2000 prägen. Für die Tonverladung ist gerade ein Radlager von O&K im Einsatz. O&K (Orenstein&Koppel) war in früheren Jahren auch eine sehr namhafte Firma für den Bau von Feldbahnlokomotiven.  

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Hans-Peter Gladtfeld / 30.8.1994


Während die Radlader immer mal wieder ausgetauscht und ersetzt wurden blieb die Lokomotive seit ihrer Inbetriebsetzung stets die Gleiche und verrichtete zuverlässig ihre Dienste. So wurde sie auch liebevoll "Tante Emmi" genannt und bekam dies eines Tages sogar angeschrieben. Im Hintergrund die Abbauwand am mächtigen Tondepot, dem Zwischenlager von abgebautem Opalinuston. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Hans-Peter Gladtfeld / 30.8.1994


Der leere Zug wird von der Lok zurück zur Grube gestossen und befindet sich kurz vor dem kleinen Waldstück etwa in der Mitte der Strecke. Die 11t schwere und 90PS starke Diema DS90 2987 wird von einem luftgekühlten, 6Zylinder Motor von Deutz A6L514 angetrieben. Wie bei luftgekühlten Motoren nicht unüblich kann es bei hohen Aussentemperaturen und Belastung zu hohen, an der Grenze des zulässigen liegenden Motorentemperaturen kommen. Als Vorsichtsmassnahme zur besseren Kühlung wurden am längeren Vorbau mit dem Motor die Seitentüren deshalb temporär entfernt.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Hans-Peter Gladtfeld / 30.8.1994


Ein durchwegs historisches Bild beim damals noch bewohnten, aber im Jahr zuvor für den Personenverkehr geschlossenen Bahnhof von Schinznach-Dorf mit dem zur Verladung fahrenden Schmalspurzug (Spurweite 600mm) der Zürcher Ziegeleien. Ausser dem umgenutzten ehemaligen Wärterhaus am linken Bildrand und der nun bei der Schinznacher Baumschulbahn beheimateten DS90 Diesellok der Zürcher Ziegeleien ist heute nichts mehr erhalten oder so wie auf dem Bild. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Ulrich Völz / 30.8.1994


Das Tageswerk an diesem offenbar heissen Tag ist vollbracht und die DS90 2987 fährt in ihr Lokdepot ein. Bei heissen Tagen neigten luftgekühlte Motoren gern etwas zur Überhitzung, deshalb war die Lok ohne ihre Türen am Motorvorbau unterwegs. Links der nahe am Depot stehende mittlerweile baufällige Unterstand bei dessen Abbruch dann die Depotrückwand eingedrückt wurde.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Kautzor / 1994


Von den insgesamt 4 Dienstwagen waren 2 in der Eriws abgestellte (Kipp-)Loren und 2 Flachwagen. Die universeller einsetzbaren Flachwagen wurden ab und zu noch verwendet, besonders der speziell für den Wasser-Nachfülltank angepasste Wagen. Damit konnte der Loktank für die Kurvenschmierung auf der Verladerampe nachgefüllt werden. Wie auf dem Bild sichtbar waren die ungebremsten Wagen meist auf dem Nebengleis auf der Verladerampe abgestellt, der kleinere Wagen gelegentlich auch ausgegleist neben dem Depot. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Je nach Grösse des temporären Tondepots (Zwischenlager von abgebautem Opalinuston) wanderte auch die Verladestelle zur Grubenbahn. Die leicht im Gefälle liegende Verladestelle wurde dazu mit einer auf dem Gleis befestigten Holzschwelle gesichert. Verladung mit dem L30 Radlader von O&K (Orenstein&Koppel). Beim Abbau des instabilen Tonlagers mit dem sehr schweren Opalinuston musste darauf geachtet werden die Wand nicht zu untergraben, um bei einem Wandeinsturz zusammen mit dem Radlader verschüttet zu werden. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Die gleiche Szenerie aus etwas anderer Perspektive.

 

 

 Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Auch bei schlechtem Wetter musste der Nachschub von Ton weiterlaufen. Die im trockenen Zustand pickelharte und gut abbaubare Tonmasse wird bei Nässe aber sehr schmierig und ausgesprochen klebrig. Die Arbeit unter solchen Bedingungen war daher anspruchsvoll und nicht ungefährlich. Für besseren Halt haben die Räder des Radladers zusätzliche Ketten. Bei solchen Wetterlagen musste vor dem Beladen oft Sägemehl als zusätzliches Trennmittel in die Kastenkippwagen eingestreut werden damit der Ton beim Entladen in die SBB Wagen nicht in den Behältern der Feldbahnwagen kleben bleiben konnte.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


An einem schönen Frühlingstag im April stösst "Tante Emmi" wie die Lok bei den Zürcher Ziegeleien auch genannt und beschriftet wurde ihre 3 Mühlhäuser Kippwagen zur Grube. Bald schon wird aber die kleine Bahn in einen langen Dornröschenschlaf versinken bis Jahre später doch nochmals ein neues Kapitel für eine der letzten schweizerischen Grubenbahnen mit 60cm Spurweite geöffnet werden konnte. Für die hübsche Aufnahme legte der Lokführer gleich selbst einen kleinen Fotohalt ein.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Beim gerade im Umbau befindlichen Restaurant "Röstifarm" posierte der leere, auf dem Weg zurück zur Grube befindliche Zug nochmals dem Fotografen.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


In der Grube Eriwis abgebauter Ton wurde vor dem SBB Bözberg-Tunnel von der Verladerampe bzw. dem Sturzgerüst in die normalspurigen Wechselbehälterwagen umgeladen. Die grossräumigen Mühlhäuser-Kippwagen mussten noch rein manuell über einen Mechanismus mit Hebelsystem von Hand gekippt werden. Der dazu notwendige Hebel ist angelehnt auf der Sicherungsschiene sichtbar. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Wie gut zu erkennen, erforderte die ungünstige Schwerpunktlage während dem Kippmanöver eine zusätzliche Befestigung der Wagen. Dies geschah ursprünglich manuell mit Schienenklammern am Geleise selbst. Nach Abstürzen von Wagen wurden zur selbsttätigen Sicherung an den Wagen Haltezungen angeschweisst. Diese Zungen befanden sich im Bereich der Entladestelle knapp unterhalb dem da entlang des Geleises umgekehrt montierten L-Profils und sicherten so die Wagen automatisch gegen einen Absturz. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Der SBB Zug mit den Wechselbehältern ist beladen und kann nun direkt von einer Streckenlokomotive abgeholt werden. Durch die von der Feldbahnlok verschiebbare Schüttrutsche müssen die abgestellten SBB Wagen für den Beladevorgang nicht bewegt oder rangiert werden. So besass der Bahnhof Schinznach-Dorf selbst auch keine Rangierlokomotive.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Paul Folek / 4.1997


Der türlose über die Rampenkante hinausragende Führerstand der Lok, die äussere Schiene bildete ja den Abschluss des Sturzgerüstes, bereitete im Zeitalter von Arbeitssicherheit und Haftung den Verantwortlichen leider nicht ganz unbegründet einige Sorgen. So wurde die betrieblich nicht unbedingt notwendige talseitige Öffnung kurzerhand mit einem Blech auf nicht gerade ästhetisch befriedigende Art verschlossen. Immerhin sorgte eine kleine Öffnung mit einer kippbaren Plexiglasscheibe noch für etwas Lüftung im Führerstand. Es bleibt allerdings ein Rätsel wieso das Schutzblech überhaupt so hochgezogen wurde, immerhin war nun auch ein Kontrollblick auf die Seite völlig unmöglich. Aufnahmen von der Seite des Zuges wurden seit dieser Massnahme auch kaum mehr gemacht.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.11.2005


Nach vergeblichen Versuchen die Lokomotive in zum Konzern gehörenden Gruben in Russland weiterzuverwenden, waren die Verantwortlichen so weit und willigten erstmal einer Vermietung an die auf der Suche nach einer leistungsfähigen Diesellok befindliche Schinznacher Baumschulbahn (SchBB) ein. So wurde am 19.November 2005 zu Abklärungs- und Instruktionszwecken die Lokomotive erstmals von ihrem einsamen, fast 6-jährigem Dornröschenschlaf in der Bözenegg erlöst. Erst Jahre später konnte die SchBB dann die Lokomotive käuflich erwerben. 

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.11.2005


Durch etwas Gestrüpp vor den Rädern konnte die Lok erstmal wieder als Ganzes das Tageslicht sehen. Die Testfahrten beschränkten sich aber auf den unmittelbaren Depotbereich, liess der Grad der Verwilderung und Bewuchs des Gleises weitere Ausflüge Richtung Grube nicht mehr zu.  

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.11.2005


In den letzten Betriebsjahren übernahm die Firma Knecht im Auftrag der Ziegelei den Abbaubetrieb in der Bözenegg. Davon zeugen noch die k-Firmenlogos an der Lok. Zumindest auf der mit dem Abschlussblech verunstalteten Seite führte das zusätzliche, fast im gleichen rot gehaltene Firmenlogo noch zu einer kleinen ästhetischen Aufwertung. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.12.2005


Nachdem die Versuche im November erfolgreich verliefen und die Lok für die Schinznacher Baumschulbahn bestens geeignet war, konnte bereits einen Monat später der Transfer ins neue Domizil organisiert werden. Was im Jahr 1935 begann, endete nun an diesem Dezembertag mit den letzten Meter Fahrt der Ziegeleilok DS90 2987 kurz vor Weihnachten ganz unauffällig im kleinen Kreise. Der Feldbahnbetrieb der Zürcher Ziegeleien in der Bözenegg war Geschichte und zurück blieb ein verwachsenes Geleise und ein leeres Depot. 
Dass beide zurückgelassenen Relikte aber in gar nicht so ferner Zukunft durch eine Verkettung unglaublicher Zufälle zur Keimzelle einer neuen Bahnära in der Bözenegg werden sollten, erahnte damals noch wirklich niemand.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.12.2005


Frühmorgens hat die Lok gerade über eine Spitzkehre beim Depot den Beginn der Rampe zur ehemaligen Verladeanlage erreicht. Die Räder stehen nun still und die Kollegen der Schinznacher Baumschulbahn bereiten die Umladung mit dem Pneukran auf den daneben wartenden Lastwagen vor.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Thomas Bauer / 19.12.2005


Ein letztes Adieu von der Bözenegg bzw. der gerade im Hintergrund befindlichen Grube Eriwis auf dem Weg zu ihrer, nur etwa 1km entfernten, neuen Heimat bei der Schinznacher Baumschulbahn. Nicht nur für die Lok bei der SchBB, sondern auch für die zurückgelassenen Geleise wird die Zukunft noch einige erfreuliche und unerwartete Überraschungen bereithalten. Als Erinnerung an den Einsatz in der Opalinustongrube der Zürcher Ziegeleien trägt die Lokomotive bei der Schinznacher Baumschulbahn nun den Namen "Opalinus".

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 11.11.2006


Sozusagen als allerletzter Akt im Zusammenhang mit dem ehemaligen Bahnbetrieb der Zürcher Ziegeleien konnten die Kollegen der Schinznacher Baumschulbahn ein Jahr später noch letzte, zur Lok gehörende Reserveteile wie Radscheiben aus dem ehemaligen Lokdepot abholen. 
Nur um Haaresbreite wäre das Depot danach beinahe zu einem Schopf für Enten und Gänse umgenutzt worden. Dank dem tropfenden und den Raum penetrant beduftenden Petroleumfass hinter den sich um die Räder kümmernden Kollegen, kam diese Nachnutzung glücklicherweise nicht zustande. Dass gerade ein paar Tage nach diesem gescheiterten Versuch der Ziegelei das Depot als Schopf zu vermieten zufällig jemand für einen Unterschlupf einer fast schon fertig revidierten Lokomotive die Fühler ausstreckte, gehört zu den unglaublichen Zufällen, die manchmal das Leben so bereithalten kann. Wirklich niemand konnte damals erahnen, dass bereits ein halbes Jahr nach dieser Aufnahme am 16.5.2007 wieder eine Lok da auf den Schienen stehen würde.

Für den weiteren Fortgang der Geschichte am und ums Depot kann folgender  Bericht empfohlen werden:
Das BEB Depot Teil 1 - Von der Übernahme 2007 bis 2015

 

 


 

 

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