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Lufingen ist ein Dorf im Kanton Zürich und liegt zwischen Embrach und Kloten, bekannt durch den nahen Flughafen. Bedingt durch das dortige Tonvorkommen siedelte sich die bis ins Jahr 2001 aktive Lufinger Ziegelei an, welche bereits 1887 in der ca. 1km entfernten Grube eine Feldbahn in 750mm Spur erstellte. 1911 wurde das höher gelegene Abbaugebiet mit einer etwa 600m langen Lorenseilbahn verbunden.
Um 1930 wurde die Feldbahn auf die üblichen 600mm umgespurt. In dieser Kombination, Feldbahn im Grubengebiet bis zur Bergstation der Seilbahn und der Seilbahnverbindung direkt in die Ziegelei, blieb das technisch interessante Ensemble bis 1987 erhalten.
Ab 1988 bis zur Schliessung der Ziegelei 2001 erfolgte der Tontransport aus der Grube auf einer neu erstellten Strasse per Lastwagen.
Die ehemalige Tongrube wurde im Anschluss vom Entsorgungsspezialisten Eberhard umgenutzt und zu einer modernen und kontrollierten Deponie umgebaut. Die Grube ist heute verfüllt, geschlossen und teilweise renaturiert. Die Ziegelei am Dorfrand von Lufingen wurde nach der Schliessung 2001 noch für mehrere Jahre als Lagerplatz benutzt, musste aber 2018 einer grossen Wohnüberbauung weichen. Übriggeblieben ist nur noch der Name "Ziegelei".

Im August 1981 konnte ich mit einer sehr einfachen "Klick-O-Mat" Kamera ausgestattet, die reizvolle Transportanlage aus Feldbahn und Lorenseilbahn besuchen. 3 Jahre später am 20.7.1984 war dieses, dem Untergang geweihte, technische Juwel auch im Fokus von Heinz Bircher. So freut es mich sehr hier auch seine Bilddokumente zeigen zu dürfen. 
Die im Abstand von 3Jahren aufgenommenen Bildserien ergeben zusammen doch schon ein recht vollständiges Bild vom damaligen, mechanisierten Tonabbau in Lufingen. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Lok in der Zwischenzeit gedreht wurde, möglicherweise im Rahmen einer Revision bzw. der Ergänzung durch das etwas rustikale Dach. Eine Drehscheibe ist nicht bekannt. Auch die Art der Erweiterung des Zuges 1984 mit der mittigen Lok ist bemerkenswert. Offenbar war man vorsichtig mit der Anzahl von beladenen, gestossenen Wagen. Ausweichstellen zum Umsetzen der Lokomotive gab es nicht. Für Veränderungen in der Zugzusammenstellung stand in der Grube nur eine Weiche mit einem kurzen Abstellgeleise zur Verfügung.
Nach der Stilllegung gelangte die abgebildete Orenstein&Koppel Lokomotive vom Typ MD2b, importiert/gebaut durch Maschinen und Bahnbedarf Aktiengesellschaft Dübendorf (MBA), zum Feldbahnverein in Otelfingen. MBA war eine O&K Tochterfirma in der Schweiz auch mit lokaler Fertigung.
Die kleinere, nicht mehr fahrtüchtige O&K RL1a 4899 Bj.1933 wurde 2004 als Denkmal in Bex aufgestellt. (Fixit, ehemals Gipsunion). Link zum Bericht über den Steinbruch Bex welcher ein sehr ähnliches Layout mit Feldbahn und Lorenseilbahn besass am Schluss des Artikels.

 

 

Originalbild anzeigen Grafik BEB

 

 


 

Die Feldbahn in der Tongrube Lufingen 1981

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 


 

Die Feldbahn in der Tongrube Lufingen 20.7.1984 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Der Feldbahnzug mit 2+4 Wagen wird aus dem vorverkleinerten Ton-Zwischenlager beladen. Die Strecke hatte ausser einem Gleisstummel in der Grube keine Ausweichgeleise. Änderungen in der Zugzusammenstellung hatten mit dieser einzigen Weiche und dem kurzen Abstellgleis zu erfolgen. Züge mit mittig angeordneten Lokomotiven waren bei Feldbahnen eher selten. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


MBA Diesellok  O&K MD2b. Zwischen 1981/84 ergänzt mit einem rudimentären Wetterschutz und einer zusätzlichen, seitlichen Öffnung für besseren Zugang zur Starterbatterie. Auch die Behälter für den Sand wurden modifiziert bzw. auf ein Rad reduziert. Ebenfalls geändert ist der nach oben gezogene Auspuff. Solche rein funktionelle Umbauten ohne ästhetischen Anspruch waren an Feldbahnloks damals nicht selten. (vergleiche Bilder von 1981)

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Feldbahnzug mit 2+3 Wagen. Im Hintergrund links die grünen Förderbänder des fahrbaren Steinbrechers. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Fahrbarer Steinbrecher auf separatem Geleise

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Das 600mm Spur Streckengleis. Blickrichtung Bergstation der Lorenseilbahn. 

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Die einfache Auffahrtsrampe zur Verladung/Bergstation der Lorenseilbahn bestand ausschliesslich aus Stützen. Die Längsträger bildeten die Schienen gleich selbst. 

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Einfahrt in die Bergstation der Lorenseilbahn. Gut zu sehen die Zufahrtsrampe ohne eigene Längsträger, nur mit Stützen.
(P.S.: dasselbe Prinzip wie bei der bekannten Spielbahn von Biller welche ja Feldbahnen zum Vorbild hatte)

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 1.2.2020


Die Rampenausführung der "Billerbahn" entsprach im Vorbild konstruktiv der Rampe wie in Lufingen mit nur auf Stützen aufgelegten Gleisjochen welche direkt auch als tragende Brückenelemente eingesetzt wurden. Obwohl die Billerbahn ja nur als robuste Spielbahn für den Sandkasten konzipiert wurde, waren viele Funktionen dem Vorbild einer Feldbahn erstaunlich nahe.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 


 

Die Lorenseilbahn der Ziegelei Lufingen

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Nach dem Lösen vom Zugseil rollten die leeren Seilbahnloren auf einer kurvigen Schiene ins Gebäude der Bergstation zur Beladung. Halb Seilbahn, halb "Schwebebahn" wie in Wuppertal.

 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Die Seilbahnloren klemmten sich mit einem Gegengewicht am Zugseil fest, welches dann in den Endstationen wieder angehoben wurde. Die ganzen Einrichtungen, ausser dem Antrieb selbst,  funktionierten rein mechanisch - vergangene Industriekultur vom Feinsten.

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984


Seilbahn-Bergstation Grube Lufingen. 1984, eine Zeit wo man solche Einrichtungen noch sehen und auch ohne Probleme besuchen konnte. Freundliche Mitarbeiter und der Rest war Eigenverantwortung. So war es damals einfach noch logisch vor der ankommenden bodennahen Seilbahnlore wieder etwas zur Seite zu treten, ganz ohne Absperrungen, Warnlämpchen und dem heutigen Sicherheits-Schnickschnack.

 

 



 
Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 20.7.1984

 

 



 
Originalbild anzeigen BEB / 8.1981

 

 


 

Zum Bericht mit dem Bild der Denkmallok in Bex, ex. Lufingen 

Bex - Die Feldbahn und Lorenseilbahn der Gipsunion 

 


 

 

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