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Update 31.8.2020:  Nachtrag Bild SBB Anschlussgleis 3.7.1991

Rondchâtel liegt am Fluss Suze/Schüss unweit der Sprachgrenze im französischsprachigen Teil des Berner Juras. Zu erreichen mit der Bahn von Biel unmittelbar nach der Taubenlochschlucht auf der Linie nach La Chaux-de-Fonds.
Für die 1882 gegründete, zur Papierfabrik Biberist bzw. deren 1997 in Konkurs gegangenen Biber Holding gehörende Holzstoff-Fabrik von Reuchenette-Pery gab es vom SBB Bahnhof Reuchenette ein längeres Anschlussgleis zum höher gelegenen Holzlager und der Spedition.
Da wurde vor allem Holzschliffpappe produziert, ein Material, dass man, wie am Holzlager gut sichtbar, nur aus Fichtenholz und Wasser herstellt. Am Bekanntesten werden daraus die klassischen in jedem Restaurant gebräuchlichen Bierdeckel gemacht.
Die Papier- bzw. Holzstoff-Fabrik selbst lag herstellungsbedingt weiter unten, direkt am Fluss. Sie nutzte das Wasser der Suze/Schüss nicht nur zur Papierherstellung, sondern besass auch ein eigenes Flusskraftwerk.
Um die mit Holzschliffpappe beladenen Feldbahnwagen von der im Tal gelegenen Fabrik zur höher gelegenen Spedition mit Bahnanschluss zu bringen, wurde eine ca. 200m lange Standseilbahn mit der Feldbahn-Spurweite 600mm (nach IR&L 640mm) gebaut. Von der Bergstation wurden die über die Standseilbahn hochgezogenen Wagen mit Lokomotiven, ursprünglich mit einer Ruston Diesellok, später mit einer SIG Akkulok, weiter zum bzw. ins Speditionsgebäude gefahren. 
Nach einem Defekt der Akkulokomotive kam in den letzten Jahren meist nur noch ein normaler gummibereifter Traktor als Zugmaschine für die Feldbahnwagen zum Einsatz. Dies war möglich da im Bereich des Holz-Lagerplatzes alle Geleise auch mit Strassenfahrzeugen befahrbar waren.
2002 wurde durch einen Brand die Fabrik schwer beschädigt und der Produktionsbetrieb eingestellt. Die Akkulokomotive kam 2005 zur bekannten 600mm Spur Höhenbahn von Emosson bei Châtelard und bekam da wieder ohne das in Rondchâtel gebaute Führerhaus die Nr. 63. (Link am Ende des Berichtes)

Die Standseilbahn war als einfache Windenbahn ohne Ausweichstelle konzipiert, mit dem Antrieb in der Bergstation bzw. in einem eigenen Gebäude dahinter. Die mit Papier beladenen Wagen wurden dem fest mit dem Seil verbundenen Seilbahn-Begleitwagen mit Kuppeleisen talseitig angehängt und so hochgezogen. Im Begleitwagen fuhr ein Mitarbeiter mit, obwohl der ganze Zug keinerlei Bremsvorrichtungen im Falle eines Seilrisses hatte. Einzig vor der Bergstation, kurz vor dem Gefällsknick in die Horizontale gab es zur Not-Absicherung eine mechanisch durch den vorbeifahrenden Seilbahnwagen selbst aktivierte Entgleisungsvorrichtung. Diese hätte in der Bergstation entlaufene Wagen ein paar Meter weiter unten nicht sehr sanft in die Wiese gelenkt.
Die ganze Einrichtung von Standseilbahn und Feldbahn funktionierte aber stets klaglos, von einem ernsthaften Zwischenfall ist in der ganzen Betriebszeit nichts überliefert.
Eine Besonderheit war aber sicher das Steigungsprofil der gerade verlaufenden Standseilbahn. Vor der Bergstation ging die Steigung abrupt in die Horizontale über wo der Zug noch ein Stück horizontal weitergezogen wurde. In der Horizontalen, im geschützten Gebäude der Bergstation, konnten die Wagen dann abgehängt und mittels einer Weiche zurück zu der daneben wartenden Lokomotive gestossen werden. Wäre die Weiche beim Zurückstossen der Wagen nicht umgelegt worden, hätte wenigstens die Entgleisungsvorrichtung auf der Standseilbahn das Schlimmste verhindert. 
Da man nun für die Talfahrt den Zug nicht mit einem lose zur Winde hängenden Seil ins Gefälle zurück stossen konnte, gab es auf einem kurzen Parallelgleis im Bereich der Bergstation einen separaten Stosswagen. Dieser war mit einem eigenen Seil mit einem auch auf dem Parallelgleis im Gefälle stehenden Gewichtswagen verbunden. Bei der Bergfahrt, am Knickpunkt in die Horizontale, wurde nun vom Führungswagen der Standseilbahn über einen Balken der auf dem Parallelgleis befindliche Stosswagen mit dem daran verbundenen Gewichtswagen bis zur Endstation mitgezogen. Das Windenseil blieb so stets unter Zuglast als ob der Standseilbahnzug noch immer in der Steigung wäre. Zur Talfahrt drückte der auf dem Parallelgleis noch im Gefälle stehende Gewichtswagen via dem verbundenen Stosswagen den ganzen Zug über die horizontale Strecke zurück bis dieser selbst das Gefälle erreichte und dann über das Windenseil gebremst ins Tal gelassen werden konnte. 
Zur besseren Information auch noch untenstehende Prinzipskizze. Die mechanisch angesteuerte Entgleisungsvorrichtung ist in der Vereinfachung weggelassen.

Heinz Bircher konnte dieses wenig bekannte Juwel der Mechanik 1988/91 insgesamt dreimal besuchen, als die Anlage noch mit der umgebauten, ehemaligen SIG Akku-Stollenlok betrieben wurde. Während mittlerweile das abgebrannte Fabrikgebäude denkmalgeschützt wieder aufgebaut wurde (funktionslos) interessierte das bemerkenswerte, einst dazugehörende Ensemble aus der Frühzeit des Maschinenbaus leider kaum jemanden. So sind diese Bilddokumente von Heinz Bircher auch ein ganz besonders Vermächtnis an eine vergangene Zeitepoche. 

 

 

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Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 3.7.1991


Rondchâtel. Ein mit Holzschliffpappe beladener Zug kurvt in das Speditionsgebäude. Das rechts sichtbare Andreaskreuz bezieht sich auf das normalspurige Industriegeleise vom SBB Bahnhof Reuchenette. 
Akku-Stollenlokomotive Typ ES50 Fabrik-Nr.1165 SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft, Neuhausen), ehemals Reifer&Guggisberger, Biel. Das Führerhaus wurde in Rondchâtel gebaut. 
2005 an "Parc d'Attractions du Châtelard" für die 600mm Spur Höhenbahn Emosson, da Nr.63.

 

 

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Rondchâtel. Der Leerzug verlässt das Speditionsgebäude und ist auf dem Weg zurück zur Bergstation der Standseilbahn. 

 

  

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 28.1.1988


Rondchâtel. Ein Feldbahnzug auf der Fahrt zur Spedition. Mit der Standseilbahn konnten maximal 2 Wagen befördert werden. Gelegentlich wurden 2 Wagenpaare zu einem 4 Wagenzug zusammengefügt. Da es im Bereich der Bergstation ein betrieblich genutztes Gleisdreieck gab, Anlieferung der Leerwagen üblicherweise von hinten, ist die Stellung der Lokomotive nach jeder Fahrt unterschiedlich.
Akku-Stollenlokomotive Typ ES50 Fabrik-Nr.1165 SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft, Neuhausen), ehemals Reifer&Guggisberger, Biel. Das Führerhaus wurde in Rondchâtel gebaut. 
2005 an "Parc d'Attractions du Châtelard" für die 600mm Spur Höhenbahn Emosson, da Nr.63.

 

  

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Rondchâtel. Ein "Kurzzug" auf der Fahrt zur Spedition. Im Hintergrund ist gerade noch das hinter der Standseilbahn-Bergstation befindliche, separate Windenhaus zu erkennen.

 

  

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Rondchâtel. Die Lok fährt auf das vordere Gleis um beladene, vor der Bergstation befindliche  Wagen abzuholen.  
Akku-Stollenlokomotive Typ ES50 Fabrik-Nr.1165 SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft, Neuhausen), ehemals Reifer&Guggisberger, Biel. Das Führerhaus wurde in Rondchâtel gebaut. 
2005 an "Parc d'Attractions du Châtelard" für die 600mm Spur Höhenbahn Emosson, da Nr.63.

 

  

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Rondchâtel. Die Lok stösst die Leerwagen auf das hintere Gleis zur Standseilbahn-Bergstation. Das Gleis im Vordergrund ist Teil des durch die Bergstation führenden Kreises und auch Teil des Gleisdreieckes. Im Hintergrund das gut gefüllte Fichten-Holzlager zur Herstellung der Holzschliffpappe. Die Feldbahn und Standseilbahn wurde nur zum Transport der Fertigprodukte der Papier- bzw. Holzstoff-Fabrik benutzt.  

 

  

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Rondchâtel. Die Lok hat die Leerwagen abgeliefert und fährt nun über das Kreisstück des Gleisdreieckes auf die Vorderseite der Bergstation um beladene Wagen abzuholen. 

 

 

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Rondchâtel. Die Lok auf der Rückfahrt vom hinteren Geleise zur Bergstation.
Akku-Stollenlokomotive Typ ES50 Fabrik-Nr.1165 SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft, Neuhausen), ehemals Reifer&Guggisberger, Biel. Das Führerhaus wurde in Rondchâtel gebaut. 
2005 an "Parc d'Attractions du Châtelard" für die 600mm Spur Höhenbahn Emosson, da Nr.63. 

 

 

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Rondchâtel. Die Lok wurde auf dem vorderen Geleise offenbar an einen langen 4 Wagenzug gekuppelt und steht noch immer auf der Weiche des Gleisdreieckes. Vor der Fahrt zur Spedition muss der Zug noch etwas Richtung Bergstation zurückgedrückt oder die Spitzkehre vom Gleisdreieck befahren werden.

 

 

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Rondchâtel. Diesmal nähert sich die Lok bereits auf dem zur Spedition wegführendem Geleise der Bergstation von der Standseilbahn.
Akku-Stollenlokomotive Typ ES50 Fabrik-Nr.1165 SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft, Neuhausen), ehemals Reifer&Guggisberger, Biel. Das Führerhaus wurde in Rondchâtel gebaut. 
2005 an "Parc d'Attractions du Châtelard" für die 600mm Spur Höhenbahn Emosson, da Nr.63.

 

 

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Rondchâtel. Ein über die Standseilbahn hoch befördertes Wagenpaar wartet auf die Weiterfahrt zur Spedition oder auf die Ergänzung zum 4-Wagenzug.

 

 

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Rondchâtel. Die Lokomotive holt sich auf dem vorderen Gleis der Standseilbahn-Bergstation gerade ein mit Holzschliffpappe beladenes Wagenpaar ab. Die Weichenzunge vom Gleisdreieck im Vordergrund ist bereits für die Weiterfahrt zur Spedition gestellt.

 

 

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Rondchâtel. Ein Feldbahn-Wagenpaar auf der Standseilbahn vor der Bergstation. Der vorderste Wagen ist der fest mit dem Windenseil verbundene Seilbahn-Begleitwagen. Zwischen Zug und Bergstation ist der auf dem Parallelgleis stehende Gewichtswagen in seiner horizontalen, talseitigen Endposition zu erkennen. (Siehe auch Grafik zu Beginn des Berichtes)

 

 



 
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Rondchâtel. Blick von der Bergstation auf einen eintreffenden Zug der Standseilbahn. Links das zur Spedition wegführende, vordere Gleis der Feldbahn. Die beiden hochgezogenen, beladenen Feldbahnwagen werden nach dem Umstellen der Weiche über dieses Gleis an die da wartende Lokomotive gestossen. Vorne der Querbalken vom "Stosswagen" welcher auf dem Parallelgleis mit dem rechts unten sichtbaren "Gewichtswagen" verbunden ist. Der mit dem Seil fest verbundene Seilbahnwagen (mit der gelben Wetterschutzhaube für Begleitpersonen) wird demnächst den Stosswagen mit dem verbundenen Gewichtswagen zurückdrücken und so die Spannung auf dem Windenseil auch auf der horizontalen Weiterfahrt aufrechterhalten.
Der zwischen den beiden Gleisen sichtbare Hebel (ähnlich einem Weichenstellhebel) wird von dem am Seilbahnwagen vorne noch knapp zu erkennenden Bolzen umgelegt. Diese Bewegung wird, über das entlang dem Geleise sichtbare Gestänge, auf die Entgleisungsvorrichtung übertragen. Dies diente zum Schutz der Talstation, sollten mal versehentlich die Wagen auf die Standseilbahn statt auf das wegführende Geleise der Feldbahn zurückgedrückt werden.

 

 

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Rondchâtel. Der Seilbahnwagen mit den daran angehängten Feldbahnwagen hat gerade die Bergstation erreicht. Der Seilbahnwagen drückt nun bereits den Stosswagen auf dem parallelen Gleis zurück und zieht den damit verbundenen Gewichtswagen hoch. Rechts das vordere von der Bergstation wegführende Gleis der Feldbahn zur Spedition.

 

  

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Rondchâtel. Ein gerade mit der Standseilbahn hoch befördertes Feldbahn-Wagenpaar wartet auf dem vorderen Gleis auf die Weiterfahrt zur Spedition. 

 

  

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Rondchâtel. Der Stosswagen auf dem Parallelgleis an seinem Prellbock, bereit von einem ankommenden Zug der Standseilbahn über den Querbalken zurückgestossen zu werden. Der damit verbundene Gewichtswagen wird dadurch hochgezogen und sorgt für stetige Spannung auf dem Windenseil. Zur Talfahrt sorgt die im System gespeicherte kinetische Energie dafür den in der Horizontalen befindlichen Zug auf das im Gefälle liegende Gleis der Standseilbahn zurück zu drücken.  

 

  

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Rondchâtel. Der Gewichtswagen in seiner bergseitigen Stellung, wenn ein Zug der Standseilbahn in der Bergstation angekommen ist. Sein Gewicht und die darin gespeicherte kinetische Energie wird den in der Horizontalen stehenden Zug zurück auf das Gleis der Standseilbahn ziehen. 

 

 

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Rondchâtel. Die hintere Seite der Standseilbahn-Bergstation nach Ankunft eines Zuges. Der Seilbahnwagen mit dem gelben Wetterschutz hat den Stosswagen auf dem Parallelgleis zurückgedrückt und befindet sich selbst auf einem geraden Stück Abstellgleis. Das Windenseil ist stets unter (mech.) Spannung. Nach Freigabe drückt der Stosswagen den Zug zurück auf die Gefällstrecke der Standseilbahn. Die beladenen Wagen können nun entkuppelt und auf das vordere Gleis zur da wartenden Lokomotive gestossen werden. Von dem auf dem Bild sichtbaren hinteren Gleis werden die leeren Wagen an den Seilbahnwagen gekuppelt.

 

 

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Rondchâtel. Ein Zug mit begleitetem Seilbahnwagen kurz vor der Bergstation. Im Vordergrund das Parallelgleis für den Gewichtswagen und dazwischen das Gestänge für die soeben vom Seilbahnwagen aktivierte Entgleisungsvorrichtung zum Schutz der Talstation im Falle eines versehentlich auf die Standseilbahn zurückgestossenen Wagens. Im Gegensatz zu einer im öffentlichen Verkehr eingesetzten Standseilbahn hatte der Zug keinerlei Bremseinrichtungen im Falle eines Seilrisses unterwegs. Da wäre nur sofortiges Abspringen möglich gewesen. Es gibt von der ganzen Betriebszeit glücklicherweise keine Hinweise auf so ein Ereignis, trotzdem natürlich in heutiger Zeit völlig undenkbar.

 

 

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Rondchâtel. Zug der Standseilbahn nach dem Vorbeifahren und Auslösen der Mechanik zur Entgleisungsvorrichtung zum Schutz der Talstation.

 

 

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Rondchâtel. Der Seilbahnwagen mit den talseitig angehängten, beladenen Wagen der Feldbahn. Im Vordergrund ist gerade noch ein Teil der Entgleisungsvorrichtung zu sehen. Diese wird nach der Vorbeifahrt vom Seilbahnwagen mechanisch aktiviert und würde während dem Rangiermanöver in der Bergstation entlaufene Wagen in die Wiese nebenan lenken und so grösseren Schaden in der Talstation vermeiden. 

 

 

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Rondchâtel. Der Zug befindet sich gerade über der Entgleisungsvorrichtung. (Zwischen dem Seilbahnwagen und dem ersten Feldbahnwagen) 

 

 

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Rondchâtel. Ein bergwärts fahrender Zug auf der Standseilbahn mit 2 angehängten Feldbahnwagen. Wie gut zu sehen besassen die Fahrzeuge, der Seilbahnwagen oft sogar begleitet, keinerlei Bremseinrichtung für den Fall eines Seilrisses oder sonstiger aussergewöhnlicher Ereignisse. Normale im öffentlichen Verkehr tätige Standseilbahnen besitzen am Schienenkopf wirkende Fangbremsen welche den Wagen im Notfall an jeder Stelle sicher halten können. Dies wäre heute natürlich auch für nur industriell genutzte Einrichtungen unabdingbar. Das talseitige anhängen der Wagen war zwar betrieblich nachvollziehbar aber aus Sicherheitsgründen auch nicht optimal.

 

 



 
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Rondchâtel. Nicht nur an der Bergstation, sondern auch unterwegs gab es nochmals einen markanten Gefällsbruch. Über die Stelle wird das Zugseil mit einer ganzen Batterie von Rollen geleitet. Im Hintergrund die Brücke zur Talstation.

 

 



 
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Rondchâtel. Seilrollen am Gefällsbruch zur Talstation. 

 

 

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Rondchâtel. Als gäbe es nicht schon Besonderheiten genug, wies die Strecke kurz vor der Talstation auch noch einen starken negativen Gefällsbruch auf. D.h. das Seil hebt an dieser Stelle vom Geleise ab und muss mit einem, über den Zug reichenden Rahmen mit einer eigenen Seilrolle runtergehalten und geführt werden. Im Hintergrund ist das spitz zulaufende Niederhaltejoch mit der oben befestigten Seilrolle gerade noch zu erkennen. Der mit dem Seil verbundene Seilbahnwagen musste soviel Gewicht haben damit das stellenweise auch nach oben (abhebend) ziehende Seil ihn nie vom Gleis abheben konnte.

 

 



 
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Rondchâtel. Ein Standseilbahnzug in der grössten Steigung vor der Brücke zur Talstation. Wie oben erwähnt hebt hier das Seil gefällsbedingt vom Geleise ab. So brauchte es hier auch keine Seilrollen im Gleis. 

 

 



 
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Rondchâtel. Kurz vor der Talstation wurde noch eine kleine zierliche Fachwerkbrücke überquert. Wie gerade am linken Rand vor dem Seilbahnwagen noch knapp zu erkennen ist, zog hier durch den negativen Gefällsbruch das Zugseil auch etwas abhebend nach oben. 

 

 


 

 

Originalbild anzeigen Foto: Heinz Bircher / 3.7.1991


Ein SBB Zug mit Schiebewandwagen überquert den Fluss Schüss/Suze und trifft von der Spedition der Papierfabrik bald im Bahnhof von Reuchenette-Péry ein. Das lange Industriegeleise zweigte etwas unterhalb des Bahnhofs von der dortigen Zementfabrik Vigier ab. Teile der Zementfabrik Vigier können heute noch über eine Spitzkehre unter Benutzung eines kurzen Restes des einstigen Anschlussgleises erreicht werden. Die auf dem Bild sichtbare Stelle mit der Brücke gehört heute zu diesem übriggebliebenen Rest dazu.

 

 


  

Die Akku-Lokomotive bei der Höhenbahn von Emosson (Parc d'Attractions du Châtelard)

Akku-Lok 63 ex. Papierfabrik Rondchâtel

 


 

Eine kleine Schlussbetrachtung:

Die Anlage in Rondchâtel wurde gebaut, um mit je 2 Feldbahnwagen Höhe zu überwinden. Die gewählte Lösung mit ihren vielen Besonderheiten war in vielerlei Hinsicht absolut bemerkenswert. Es wäre heute nicht nur ein Anschauungs- und Studienobjekt für jeden Maschinenbauer, sondern auch ein industrielles Kulturgut höchster Güte. Dasselbe Problem wurde im Steinbruch Guber, ebenfalls mit einer industriellen Windenbahn völlig anders und rückwirkend betrachtet auch einiges einfacher gelöst. Einzige Voraussetzung für das Prinzip wie beim Steinbruch Guber wäre eine einigermassen konstante Steigung der Windenbahn und somit etwas grössere Erdarbeiten im Voraus gewesen. Da normalerweise kein Konstrukteur unüberlegt arbeitet, wäre es spannend und lehrreich die Überlegungen und Rahmenbedingen zu analysieren die effektiv zu solch speziellen Lösungen geführt haben. Leider ist so ein Vergleich vor Ort nicht mehr möglich, da beide Anlagen achtlos verschrottet wurden. So bleibt aber wenigstens das hier frei gezeigte Bildmaterial wofür Heinz Bircher einen ganz besonderen Dank gebührt. 

Die Windenbahn für Feldbahnwagen im Steinbruch Guber zum Vergleich:

Alpnach-Dorf - Der alte Steinbruch Guber im letzten Betriebsjahr
 

 


 

 

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